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Gemeinschaftsgärten

„Wir können draußen bleiben!" – Gemeinschaftsgärten sind die beste Wert-„Anlage" für Nachbarn, die keinen eigenen Garten besitzen. Hier finden Sie Tipps für die Grundstückssuche, günstige Gartengeräte und kluge Organisation.

Bildquelle: Netzwerk Nachbarschaft

Für Stadtmenschen: So klappt's mit dem eigenen Garten

Sie wohnen in der Stadt und haben keinen eigenen Garten, obwohl Sie so gern gärtnern? Sie müssen nicht verzichten! Holen Sie sich Ihr grünes Paradies – zusammen mit anderen Nachbarn, denen auch davon träumen.

Die ersten Schritte

Haben Sie schon mal Ihre Nachbarn gefragt, ob die auch Lust auf ein gemeinsames Gartenprojekt haben? Und kennen womöglich ein geeignetes Grundstück in Ihrer Umgebung? Dann steht dem gemeinsamen Glück nichts mehr im Wege. Falls Sie noch nicht ganz so weit sind: Ihre Gemeinde oder Stadt ist die richtige Adresse für eine Antragstellung. Beide verpachten möglicherweise Grundstücke oder stellen sogenannte Ausgleichsflächen zur Verfügung. Die dürfen allerdings nicht privat genutzt werden, d.h. eine Einzäunung des Grundstücks ist nicht erlaubt, eine Abgrenzung durch Sträucher hingegen schon.

Erst klären, dann handeln: Sie haben ein interessantes Grundstück aufgetan, dass für Ihre Zwecke genutzt werden kann? Dann trommeln Sie alle Mitglieder Ihrer Initiative sowie den Eigentümer zu einer gemeinsamen Ortsbegehung zusammen. Wenn alle begeistert sind, klappt's auch später mit der Betreuung.

Eine mögliche Alternative: ist ein gemeinsamer Schrebergarten! Der erlebt aktuell eine Renaissance und ist bei jung und alt sehr gefragt. Vielleicht gibt es ja einen Schrebergarten-Verein in Ihrer Nachbarschaft, der Sie und Ihre Nachbarn aufnimmt oder zumindest auf die Warteliste setzt. In der Regel leiben die Pachtkosten für einen Schrebergärten bei wenigen hundert Euro im Jahr. Je mehr mitmachen, desto günstiger wird's für den Einzelnen.

Das Grundstück

Das Grundstück sollte für Sie und Ihre Nachbarn gut zu erreichen und nicht vollständig mit Bäumen verstellt oder verschattet sein. Mögliche Gefahrenquellen für Kinder wie z. B. Tümpel oder Bäche, große Straßen oder Bahngleise gilt es auszuschalten. Wichtig: Gibt es eventuell Lärmquellen in der Nähe Ihres Gartens oder ist eine Belastung durch Industrieanlagen möglich? Am Besten, Sie informieren sich über Fabriken und Betriebe in der Nähe Ihres Gartens und lassen im Zweifelsfall eine Bodenprobe nehmen.

Tipps und Inspiration von anderen Nachbarn

Die Homepage der Stiftung Interkultur, ist sehr informativ. Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, ein bundesweites Netzwerk „Interkultureller Gärten" aufzubauen. Hier kann man sich hervorragend über bestehende Nachbarschaftsgärten informieren. Allein in der Bundeshauptstadt Berlin sind es fast zwanzig. Fotos und praktische Informationen sowie Kontaktadressen machen die Seite zu einer Fundgrube für engagierte Nachbarschaftsgärtnerinnen und -gärtner.

Planen, bauen und pflanzen

Bevor Sie den Garten gemeinsam anlegen, sollten Sie sich verständigen, wie Sie und Ihre Nachbarn ihn nutzen wollen. Soll der Garten der Entspannung dienen oder sind eher Gemüsebeete aller Art geplant? Am liebsten beides? Wie soll das Verhältnis von Blumen zu Nutzpflanzen sein? Wie wichtig ist Ihnen die „Bioqualität", d.h. wie denken die „Gärtner" unter Ihnen über chemische Dünger und Pestizide?

Die fachmännische Beratung ist natürlich empfehlenswert, wenn es nicht schon Experten unter Ihnen gibt. Auch gute Gartencenter bieten Beratung an, ein gemeinsamer Besuch lohnt sich. Ihr Talent für Gestaltung können Sie bei einem Bebauungs- und Bepflanzungsplan ausspielen, der kontinuierlich weiterentwickelt und angepasst wird. Folgende Punkte gilt es dann noch zu regeln:

  • Nutzung und Aufteilung der Gartenfläche

  • anstehende Säuberungs- und Entrümpelungsarbeiten

  • Bodenbearbeitung und -verbesserung

  • Pflanzung von Bäumen und Sträuchern

  • Anlegen von Blumen- und Gemüsebeeten

  • Umzäunung, Bau von Geräteschuppen, Lauben, WC (Kompost- oder Chemietoilette?)

  • Tonne zum Sammeln von Regenwasser

  • Anlage von Wasserstellen (Teich o. ä.) oder Installation von Wasseranschlüssen, gegebenenfalls Installation einer eigenen Pumpe

  • Einrichten einer Spielecke für Kinder

  • Beschaffung von Gartenmöbeln

Die Finanzierung

Im gemeinsamen Finanzierungsplan sind sämtliche Ausgaben für den Bau und die Bepflanzung sowie die laufenden Kosten aufgeführt. Am besten wird die Summe auf alle Nachbarn umgelegt. Um die Kosten gering zu halten, tun es auch gebrauchte Geräte, optimalerweise als Sachspenden aus dem Freundes- und Bekanntenkreis. Vielleicht finden Sie ja auch mögliche Sponsoren wie lokale Baumärkte, Baumschulen oder Gärtnereien, die sich mit einer kleinen Spende für das „gemeinsame Wohl" beteiligen und als Dank werbewirksam auf einer Gartenbank Erwähnung finden.

Aufgabenteilung

Wenn Sie die Planung und Finanzierung geregelt haben, gilt es noch die Aufgaben aller Nachbarschaftsgärtner zu verteilen. Die einen zimmern vielleicht lieber Gartenmöbel oder eine Laube, während die anderen einen gemeinsamen Kräutergarten anlegen oder ein schönes Blumenbeet bepflanzen.

Grillplatz bauen, Gemüsebeet bepflanzen oder Schaukel aufstellen: Da ist es gut zu wissen, bis wann welche Aufgaben von wem erledigt sein sollen. Und wann dann die Einweihung in fröhlicher Runde gefeiert werden darf.

Pflege von Garten und Wir-Gefühl

Viele Garten-Initiativen haben mit einem Paten-System gute Erfahrungen gemacht, bei dem jeder Nachbar einen bestimmten Bereich des Gartens als Pate betreut. Rituale wie Frühlingsfeste, gesellige „Public Viewings" im Sommer oder die Weihnachtsdekoration im Winter machen alle glücklich und stärken Ihre Nachbarschaft. Natürlich gilt das auch für die gemeinsamen Kaffeeklatsch- und Grilltreffs an den Wochenenden.

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