Interview mit Adé Bantu

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Adé Bantu

Musiker und Gründer der Initiative "Brothers Keepers e.V."

„Wenn man seine Mitbewohner - ob im Haus oder in der Straße - freundlich grüßt und einfach mal ein paar nette Worte wechselt, entsteht ein gegenseitiges Grundvertrauen in der Nachbarschaft, das allen Bewohnern gut tut.“

Adé Bantu ist ein deutsch-nigerianischer Musiker, Musikproduzent und Aktivist. 2001 wurde er mit seinem Projekt Brothers Keepers bekannt. Auf seine Initiative hin setzen afrodeutsche Hip-Hop- und Soul-Künstler gemeinsam ein Zeichen gegen Rassismus in Deutschland.

 

Musiker und Unterstützer Adé Bantu im Interview 

 

Spielt das Thema Nachbarschaft in Ihrer Musik eine Rolle?

Sie ist sogar ein großes Thema. Wer Musik macht, der übt und spielt auch zu Hause - da ist die Toleranz der Mitbewohner ziemlich schnell gefragt. Meine Erfahrungen sind da sehr unterschiedlich. Die einen Nachbarn beschweren sich bei jeder kleinen Gelegenheit, andere sagen einfach: "Machen Sie sich keine Sorgen, wir stellen einfach unseren Fernseher ein bisschen lauter." Ich meine aber, die Toleranz unter Nachbarn ist in den letzten Jahren größer geworden.
 

Sie leben abwechselnd in Köln/Deutschland und Lagos/Nigeria - da gibt es bestimmt Unterschiede ...

... sie könnten nicht extremer sein. In Deutschland gibt es feste Ruhezeiten und Hausordnungen In Lagos hat sich bei mir noch nie jemand beschwert - selbst dann nicht, als wir mit einer zehnköpfigen Band in einem Haus geprobt haben. Aber ich muss auch dazu sagen, dass Lagos ganz grundsätzlich einen viel höheren Geräuschpegel hat.
 

Was zeichnet eine "multikuturelle Nachbarschaft" aus?

Die Menschen, die dort leben. Besonders wichtig finde ich eine gewisse Neugier, die auf Gegenseitigkeit beruht. Die Lust, etwas anderes kennenzulernen und Erfahrungen von den anderen mitzunehmen. Und dann sind natürlich Gespräche unter Nachbarn wichtig!