Jeder ist ein Nachbar!
Janosch, Künstler, Förderer und bekennender Nachbar, im Gespräch mit Erdtrud Mühlens, Initiatorin von Netzwerk Nachbarschaft.
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Erdtrud Mühlens: Lieber Janosch, Du lebst auf Teneriffa – dort hast du doch sicherlich auch Nachbarn...
Janosch: Nachbarn hat man überall, selbst in der Wüste. Nur manche sind weiter weg, manche näher dran. Mein Nachbar wohnt 500 Meter nördlich etwa neben dem 21 Breitengrat zwo. Selbst auf dem Mars gäbe es Nachbarn. Auf einem anderen Stern z.B. etwas weiter weg.
Erdtrud Mühlens: Was bedeutet Dein Nachbar für Dich?
Janosch: Er ist mein Freund und ich natürlich seiner. Kommt ein Notfall, sind wir beide zuverlässig zur Stelle. So ist es hier im ganzen Dorf. Zuverlässig. Wie der Regen in Hamburg, wo du wohnst. Wie oft siehst du Deine Nachbarn?
Erdtrud Mühlens: Täglich, fast stündlich. Wir haben im letzten Jahr 100-jähriges Jubiläum in unserer Straße gefeiert. Seither grüßen wir uns namentlich! Und wie oft siehst Du Deinen Nachbarn?
Janosch: Immer. Wir sehen uns jeden Tag sowieso. Ohne Fernglas. Und mit Fernglas kann ich sehen, was er kocht. Was seine Frau kocht, er kann selbst nicht gut kochen. Übrigens: er bringt immer wieder ein paar Flaschen aus seiner Weinernte. Und ich habe ihm meinen Kartoffelacker sozusagen geschenkt. Er baut dort seine Kartoffeln. Ich esse Kartoffeln nicht in so großer Menge. Manchmal setzen wir uns vor der Tankstelle auf die Bank und betrachten die Autos. Er ist 96 und ich 86.
Erdtrud Mühlens: Da kommt mir eine Idee: In Berlin gibt es die Nachbarschaftsinitiative „Lass krachen, Alter!“. Acht Männer, davon fünf etwa in Deinem Alter, spielen Theater und toben sich auf der Bühne so richtig aus. Wär’ das was für Dich?
Janosch: Da bin ich sofort dabei. Echt. Kann ich noch jemanden mitbringen?
Erdtrud Mühlens: Wir kümmern uns drum. Was wirst Du uns das nächste Mal erzählen, Janosch?
Janosch: 
Ich zeige Euch, wie man Kartoffeln pflanzt. Auf dem Balkon.




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