Kultur & Freizeit

Rettet die Freibäder!

Bundesweit rund 670 Bädern soll der Stöpsel gezogen werden. Dagegen wehren sich Nachbarschaften – mit kreativen Aktionen. Ihr Protest macht Schule.

Margaretenbad Fotostudio Mario Gimpel Kopie

Schwimmen zählt neben Rad fahren zur beliebtesten und meistausgeübten Sportart in Deutschland. Trotzdem fallen immer wieder öffentliche Schwimmbäder dem Rotstift zum Opfer - laut der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft e.V. wurden seit 2000 jährlich durchschnittlich 80 Bäder geschlossen. Laut den aktuellsten Zahlen die vorliegen sind bundesweit 670 Bäder vom Aus bedroht. Die Leidtragenden sind Kinder, Familien und Senioren, die davon abhängig sind, das Bad um die Ecke bequem und sicher zu Fuß zu erreichen – sei es zur Schwimmausbildung, für die sportliche Fitness oder um Gleichgesinnte zu treffen.

Engagierte „Freibadfreunde“

Die „Freibadfreunde Öschingen“ verhinderten die Schließung ihres Bades, indem sie einen Verein gründeten, die laufenden Betriebs- und Instandhaltungskosten übernahmen und den Betrieb „ihres“ Schwimmbades zur Gemeinschaftsaufgabe machten. Die Vereinsmitglieder unterstützen die Badeaufsicht und Schichten im Kassenhäuschen, die Sanierung des Schwimmbeckens und die Pflege der Liegewiese. So wie sie haben in vielen Kommunen Nachbarschaften in den vergangenen Jahren Trägervereine gegründet, um ihre Schwimmbäder vor einer Schließung zu bewahren. Sie fordern: Der Sprung ins kalte Wasser muss allen Menschen gewährt werden, auch denen, die sich keine teuren Freizeitaktivitäten leisten können. Denn Schwimmen ist nicht nur sehr gesund, sondern steigert auch den sozialen Zusammenhalt im Quartier.

Spiel und Spaß im Nass

Und so kommt es, dass Anwohner ihre Bäder mit Sommerfesten, Open Air Konzerten und Schwimmwettbewerben wieder in die „Pool-Position“ bringen. So auch im kleinsten Freibad Bonns. Dort veranstalten Nachbarn in diesem Sommer schon zum 7. Mal die „Friesdorfer Freibad Filmnächte“. Auf Decken und Campingstühlen schauen die „Friesi“-Fans aller Generationen auf die große Leinwand, die auf der Liegewiese des Schwimmbads aufgebaut ist. Karolin Kuipers, die als Bonnerin das Freibad schon seit ihrer Kindheit besucht, ist begeistert. „Ich freue mich jedes Jahr auf die Filmnächte“, schwärmt sie. „Man kennt sich, kann spontan mit Freunden ein paar Bahnen drehen oder eben gute Filme sehen.“

Auf die Plätze ...

Schwimmbadretter, Nachbarschaftshelden und Quartiersaktivisten können sich bis zum 31. Oktober mit ihrer Aktion zum diesjährigen Wettbewerb bewerben!


Links zu den Freibadrettern:

Freibadfreunde Öschingen e.V.
Freibadfreunde Friesdorf e.V. 
Gräzelinitiative Margeretenbad

Kommentare  

 
#1 Sarah Keller schrieb am 20.08.18 um 09:01
Dieses Jahr schreiben Bonner Nachbarn Geschichte! Die Kommune wollte mehrere Bonner Schwimmbäder schließen und stattdessen ein „Zentralbad“ (mit höheren Eintrittspreise n und langen Anfahrtswegen) bauen. Gegen dieses Vorhaben sammelten Nachbarn mehr als 10.000 Unterschriften! Ende Juli dann der Bürgerentscheid : Die Mehrheit der BonnerInnen (welche sich an der Bürgerentscheid ung beteiligten) sprach sich gegen den Bau des Zentralbades und für eine dezentrale, vielfältige und nachbarschaftli che Bonner Schwimmlandscha ft aus. Grandios: Die Abstimmungsbete iligung war die bisher höchste bei Bürgerentscheid en in NRW! 
Mehr zu den Bonner Schwimmbadrette rn unter www.recht-auf-schwimmen.de/
 

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