Ökologie

Mehr Grün fürs Quartier!

Viele AnwohnerInnen schließen sich zusammen und übernehmen Patenschaften für öffentliche Beete, Verkehrsinseln und Parks. Und sorgen damit für ein gutes Klima im Wohnumfeld

Green-City Celine-Theret

Mitten im Beton-Dschungel sprießen Sonnenblumen und Rittersporn, auf den Bänken rund ums Grün sitzen NachbarInnen und plaudern miteinander. So könnte es in vielen Quartieren aussehen. Doch besonders in großen Städten werden Flächen durch Bebauung versiegelt, wertvoller Grünraum geht verloren und damit auch Lebensqualität für die BewohnerInnen. In Hamburg sind 46,4 Prozent der Stadtflächen zubetoniert, in München sind es sogar 47 Prozent - der höchste Anteil versiegelter Flächen in deutschen Städten. Tendenz steigend, auch in Berlin. Dort hat sich jetzt sogar ein Volksbegehren zum Schutz von Kleingärten und Grünanlagen formiert. Das Thema Grünerhaltung betrifft auch kleine Initiativen. So sorgte Andreas Böhle aus Hamburg vor einigen Jahren für Aufmerksamkeit. Er hatte ein kleines Beet im Park liebevoll bepflanzt, das zuständige Bezirksamt zerstörte es. Dagegen wehrte sich Böhle. Gemeinsam mit Nachbarn sammelte er in kurzer Zeit 1.500 Unterschriften für den Erhalt. Der Protest hatte nachhaltigen Erfolg: Heute werden Bürgerbeete von Hamburgs Bezirksämtern unterstützt statt bekämpft.

Mit grünem Daumen zum Erfolg

„NachbarInnen, die in privater Initiative Beete an Straßen und Verkehrsinseln gestalten, identifizieren sich mit ihrem Wohnumfeld und sind eine Art Schutzmacht für ihr Grün. Dafür verdienen sie vorbehaltlos Unterstützung!“ sagt Erdtrud Mühlens vom Netzwerk Nachbarschaft. Gärten, Parkanlagen, Verkehrsinseln und Alleen bilden die grüne Lunge in Städten, tragen zur Artenvielfalt bei und sind ein wichtiger Freiraum für AnwohnerInnen. Immer mehr Kommunen fördern daher Pflanzaktionen und Grünpatenschaften – auch finanziell.

Grün-Oasen befruchten Nachbarschaft

Natur verbindet und schafft Begegnung – das zeigt auch das Projekt „Gemeinsam Gärtnern im Park“ in Hamburg-Wandsbek. Dort haben ältere AnwohnerInnen gemeinsam Hochbeete und Barfußpfade angelegt – zur Freude aller Gäste. Im „Bürgergarten Helle Oase“ in Berlin haben die Initiatoren das Areal des Gartens bewusst nicht umzäunt, damit alle jederzeit mitgärtnern können. In Stuttgart auf dem „Casa Schützenplatz“ funktionierten AnwohnerInnen Parkflächen zu „Parkgärten“ um – mit Genehmigung vom Amt! An der Gestaltung wirken alle mit, es gilt „Sharing is Caring“. Ihre von Netzwerk Nachbarschaft mit dem Oskar ausgezeichnete Idee macht bundesweit Schule.

  

Nützliche Informationen:

Checkliste "Begrünungsaktion"

Projektbeispiele "Jede Wiese zählt!" 2020

Links zu den Initiatven:

Grünpaten Green City, München

Gemeinsam Gärtnern im Park, Hamburg

Helle Oase, Berlin

Casa Schützenplatz, Stuttgart