Ökologie

Mehr Grün für alle!

Bundesweit erobern Wildgärtner die Städte zurück. Auch viele Kommunen räumen ein: Das Engagement der Quartiersgärtner ist dankenswert!

Green-City Celine-Theret

Mitten im Beton-Dschungel sprießen Sonnenblumen und Rittersporn, auf eigens aufgestellten Bänken plaudern Nachbarn in der Sonne. Ehemals kahle Verkehrsinseln gleichen bunten Mini-Gärten – so könnte es in vielen Städten aussehen – wenn die Bürokratie privater Initiative mehr Raum geben würde. Dass dies immer öfter der Fall ist, verdanken Stadtbewohner Nachbarn, die sich ihr Recht auf mehr Grün im Wohnumfeld erstritten haben. Hinter der Gärtnerlust vieler Anwohner steckt der Wunsch, ein Stück Natur und öffentliche Wohlfühlzonen ins Wohnumfeld zurückzuholen: „Mehr Grün für alle!“ lautet ihr Motto. Sie bepflanzen brachliegende Flächen, laden zum Mitmachen ein und stärken so das Gemeinschaftsgefühl im Quartier.

Mit grünem Daumen zum Erfolg

Garten-Aktivisten wie Andreas Böhle ist es zu verdanken, dass eigeninitiativ bepflanzte Beete in Hamburg nicht mehr entfernt werden (Netzwerk Nachbarschaft berichtete). Wer sicher gehen will, dass die „wilden“ Beete bestehen bleiben, sollte sich mit der Stadt zusammen tun und eine offizielle „Grünpatenschaft“ beantragen. Der Umweltverein „Green City“ aus München liefert hierzu wichtige Unterstützung: Freunde und Nachbarn stellen zusammen mit dem Verein einen Antrag zu einer Pflanzpatenschaft samt Konzept für die Grünfläche. Langfristig kümmert sich die jeweilige Haus- bzw. Straßengemeinschaft um das Grün. So entstehen immer mehr individuell bepflanzte Beete auf öffentlichem Raum. Das Münchner Projekt zeigt: Die offiziellen Patenschaften sind ein Gewinn für alle! Angesichts des geringen Budgets für Stadtbegrünung begrüßen auch Bezirksämter die spontanen Pflanzaktionen. Im besten Fall nehmen sie die Eigeninitiative der Anwohner zum Anlass, über die Freigabe von mehr städtischer Flächen nachzudenken.

„Auch bei der zunehmenden Verdichtung von Quartieren sollten die grünen Lungen der Stadt, also die Gärten und Parkanlagen, Verkehrsinseln und Alleen – ja jeder Fleck Grün mitgedacht werden!“ findet auch Erdtrud Mühlens vom Netzwerk Nachbarschaft. Zahlreiche Initiativen zeigen, dass das Stadtgärtnern längst mehr ist als eine Randerscheinung!

Der Mitmachgarten – offen für alle!

Das soziale Gartenprojekt „Gemeinsam Gärtnern im Park“ in Hamburg-Wandsbek gedeiht und wächst seit nunmehr drei Jahren. Wandsbeker Senioren bringen hier ihre grünen Gestaltungsideen in den öffentlichen Park mit ein. Hochbeete, Kräuterbeete und Barfußpfade machen heute Spaziergänge durch den Park zu Erlebnis-Touren für alle Generationen! Das Engagement für mehr Grün im öffentlichen Raum ist natürlich freiwillig. „Niemand muss sich an- oder abmelden“ erzählt Klaus Curth von den Parkgärtnern. Jeden Sonntag kommen hier Nachbarn und Interessierte vorbei, um sich im Park kreativ auszuleben!

Grün-Oase befruchtet Nachbarschaft

Gärtner, Hobby-Handwerker, Sportler, Spielplatzkids – im Bürgergarten Helle Oase in Berlin ist jeder willkommen! Das Areal des Gartens ist absichtlich nicht umzäunt, denn jeder soll hier jederzeit mitgärtnern können. Mit regelmäßigen Workshops schulen die Nachbarn ihre grünen Daumen. Auch das Feiern kommt hier nicht zu kurz: mehrmals pro Jahr organisieren die Anwohner bunte Oasenfeste!

Wer selbst Urban Gardening Aktivist ist oder sich anderweitig für seine Mitmenschen einsetzt, kann sich noch bis zum 31. Oktober beim diesjährigen Nachbarschaftswettbewerb bewerben!

Links zu den Initiativen:
Grünpaten Green City e.V.
Gemeinsam Gärtnern im Park 
Helle Oase Berlin

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