Ökologie

Parkplätze zu Grünoasen!

Autos stehen oft nur rum und besetzen kostbaren Raum. Das stört viele Anwohner, die sich eine bessere Verwendung für die Flächen vorstellen können – zum Beispiel Parklets.

Bildquelle Kontaktgarten Station Wien

Parklets sind temporäre, künstlerisch gestaltete Erweiterungen des öffentlichen Gehwegs. Sie laden zum Verweilen ein, zum Austausch unter Nachbarn, zum Spielen oder Chillen. Als öffentliche Fläche stehen sie allen zur Verfügung. Ein idealer Raum für die kleinen Begegnungen im Alltag. Bunt bepflanzt, ausreichend beleuchtet und überdacht, dienen sie als ideale Treffpunkte für Anwohner. Nachbarn des „Casa Schützenplatzes“ in Stuttgart können das aus eigener Erfahrung bestätigen. Die Stuttgarter wandelten die Parkplätze mit behördlicher Genehmigung zu einem Kultur- und Begegnungsort um und veranstalten dort kleine Flohmärkte, urbanes Gärtnern und sogar ein Open-Air-Kino. Dafür gewannen sie 2017 den Nachbar-Oskar von Netzwerk Nachbarschaft. 

Kreative Freiräume schaffen

Unsere Nachbarn aus Österreich sind besonders aktive Parklet-Betreiber. In diesem Sommer wurden von ihnen allein in Wien 43 Parklets organisiert, von der Stadt gefördert mit bis zu 4.000 Euro pro Aktion. Als Vorreiter vielfältiger Aktivitäten im öffentlichen Raum gilt hier der „Krongarten“. In diesem Jahr gestaltete die Künstlergruppe „Phool Patti“ die Nachbaroase im farbenfrohen pakistanischen Look. Andere Nachbar-Parklets dienen als Kontaktgarten oder Sprachcafé in der warmen Jahreszeit. „Mit dem Guerilla-Gardening startete eine wichtige Bewegung für mehr Stadtgrün. Parklets gehen noch weiter und erobern versiegelten Raum zurück“, beobachtet Erdtrud Mühlens, Gründerin von Netzwerk Nachbarschaft. Straßengemeinschaften können so auch mit wenigen Ressourcen ihr Wohnumfeld positiv beleben.

Links zu den Initiativen:

Casa Schützenplatz

Krongarten

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