Ökologie

Summende Nachbarschaft

Meller NachbarInnen wollen das Insektensterben in ihrem Quartier nicht länger hinnehmen. Mit ihrem Projekt „Blumiges Melle“ lassen sie ihr Wohnumfeld erblühen.

Artikel Summende Nachbarschaft

Rund 60 Prozent aller Tiere sind Insekten. Doch viele Arten sind vom Aussterben bedroht. Im niedersächsischen Melle wollen NachbarInnen dem Artensterben nicht länger ohnmächtig zuschauen. Gemeinsam mit der Stadt, Firmen, Schulen, Kitas und Vereinen reservierten sie Flächen, brachten Saat aus und organisieren auch die Pflege der Wiesen. Für ihr „Blumiges Melle“ gestalteten sie so über 100.000 Quadratmeter Fläche bunte Blühwiesen, an denen sich Wild- und Honigbienen reichlich mit Nektar versorgen können.

Lebensräume für Bestäuber und Insekten

Dazu bauten die NachbarInnen zahlreiche Insektenhotels sowie Überwinterungsangebote für die Bestäuber. Jetzt wollen die Initiatoren auf den Erfolg des vielbeachteten Projektes aufbauen. Mitinitiator Kai Behncke: „Sowohl in Melle als auch innerhalb des Projektes ‚Blumiger Landkreis Osnabrück’ werden wir weitere Blühwiesen schaffen. Wir wollen verstärkt auch für zusätzliche Nisthilfen sorgen, wie beispielsweise Totholz oder Trockensteinmauern.“ Wildbienen haben nur geringe Flugradien und sind auf manche Blüten spezialisiert. Daher brauchen sie nicht nur geeignete Nahrungsangebote, sondern auch für sie geeignete Schutz- und Lebensräume. „In einer oftmals flurbereinigten Umgebung stehen nur wenige Überwinterungs- bzw. Bruthilfen zur Verfügung. Dies trifft auch auf die Stadt und Gemeinde Melle zu.“ Beispielsweise sind Wallhecken – auch Knicks genannt – biologisch sehr wertvoll. Das jährliche Absägen und Schreddern der Feldumrandungen und Straßensäume schränkt die Lebensräume der Tiere drastisch ein.

Die Blumen und Blüten rund um Osnabrück finden Sie unter http://blumiger-lkos.de

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