Ökologie

Bienenfutter für alle

Immer mehr Nachbarn legen Wildblumenwiesen an und bauen Insektenhotels. Wie gelebter Naturschutz auch das nachbarschaftliche Miteinander anstoßen kann, zeigt Jonte Mai mit seinem selbstgebauten Bienenfutterautomaten.

Jonte Original quadratisch

Am Anfang war die Idee

Als der 12-Jährige im Berlin-Urlaub mit seiner Familie über einen trubeligen Flohmarkt bummelte, entdeckte er zwischen allerlei angebotener Ware einen alten Kaugummiautomaten. „Ich wusste sofort, dass ich mit diesem alten Kasten den Bienen in unserer Nachbarschaft helfen kann!" berichtet Jonte im Interview mit Netzwerk Nachbarschaft. „Meine Idee war es, den Automaten mit Saatgut zu befüllen, damit unsere Nachbarn dabei helfen können, mehr Bienenweiden zu pflanzen". Mit der Idee ist Jonte, der sich nebenbei auch bei Fridays For Future engagiert und im Jugendbeirat sitzt, nicht allein: Immer mehr Bienenfreunde stellen bundesweit Saatgutspender auf, um die Insektenvielfalt im Lande zu retten.

Dranbleiben lohnt sich

„Irgendwie haben wir den Automaten in Berlin dann aber doch nicht gekauft" – Doch die Idee vom Futterautomaten geht Jonte und seiner Familie nicht mehr aus dem Kopf. Deshalb besorgen sie, wieder zuhause angekommen, sofort das Internet nach alten Kaugummiautomaten und werden fündig. Sofort beginnt Jonte mit dem Bau seines Bienenfutterautomaten: Er baut eine knallrote Hülle für den Automaten, tüftelt das Befüllsystem aus und überlegt, welches Saatgut besonders bienengeeignet ist.
Als es Frühling wird, sucht Jonte mit seiner Familie einen prominenten Aufstellplatz für den neuen Bienenfutterautomaten aus – der von den Nachbarn sofort mit Begeisterung angenommen wird! „In der Nachbarschaft hatte sich unsere Idee schnell rumgesprochen und viele haben sich gefreut, mit der Saatmischung aus dem Automaten neue Bienenweiden zu pflanzen!" freut sich Jonte. Über 200 Saatkügelchen wurden schon aus dem kleinen roten Automaten gezogen – und die Nachfrage ist enorm!

Wir haben noch lange nicht genug!

In Zukunft möchte Jonte noch mehr Automaten in der Nachbarschaft aufstellen. Auch einen Tipp für Nachahmer hat er parat: „Überlegt euch einen gut erreichbaren und präsenten Platz und füllt den Automaten mit regionalen Saaten für Wildbienen!“ Er hat zusammen mit seiner Familie auch ordentlich die Werbetrommel gewirbelt und sich mit seiner Aktion an Social Media und die Ortspresse gewandt – „ so haben ganz viele Menschen vom Saatgutautomaten erfahren, die etwas für den Insektenschutz tun möchten“.

Jede Wiese zählt! - Jetzt noch mitmachen!

Sie und Ihre Nachbarn haben in diesem Sommer Blumen zum Blühen gebracht? Oder sich gemeinsam für den Schutz der Artenvielfalt eingesetzt? Dann schicken Sie uns Ihre Fotos und melden Sie sich online noch bis zum 30.09.20 zu unserem Wettbewerb an: Jede Wiese zählt!

 

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