Ökologie

Solardächer bieten sonnige Vorteile

Mit Bürgersolaranlagen machen sich Nachbarn von großen Stromkonzernen unabhängig. Eine Rechnung, die auch langfristig aufgeht.

Solargemeinschaft ergon e.V.Nachbarn, die sich unabhängig von fossilen Energieträgern machen und erneuerbare Energien nutzen wollen, produzieren ihren Strom selbst – auch ohne eigenes Dach!

Durch den Kauf von Anteilen an sogenannten Bürgersolaranlagen können Nachbarn sauberen Strom beziehen. Zusätzlich werden sie am Ertrag durch die Einspeisevergütung beteiligt. Geeignete Dächer oder Freiflächen gibt es viele! Vor allem auf Schuldächern, Verwaltungsgebäuden oder KiTas werden Nachbargemeinschaften fündig. Um unabhängiger von konventionellen Energieversorgern zu werden, stellen viele Kommunen diese gerne zur Verfügung.

Die Solargemeinschaft Deisendorf zeigt, dass sich das Projekt rentiert: Seit 2003 betreibt die Gemeinschaft eine zentrale Photovoltaikanlage auf dem Dach der Grundschule in Deisendorf. Mit rund 27.000 kWh produziert die Anlage genug Strom für 30 Personen über ein ganzes Jahr. Für die eingespeiste Energie erhalten die Nachbarn eine Vergütung von rund 46 Cent je Kilowattstunde. Diese ist zudem für über 20 Jahre gesetzlich garantiert. Das investierte Eigenkapital von 72.000 Euro hatten die Nachbarn bereits 2009 wieder hereingeholt. Hat sich die Investition gelohnt? „Die Photovoltaik-Anlage ist ein Erfolg auf ganzer Linie. Sie rechnet sich nicht nur für uns, sondern entlastet auch die Umwelt", so Walter Idda, Geschäftsführer der Solargemeinschaft. 

Gut geplant ist halb finanziert

Vor 8 Jahren trafen sich die Nachbarn mit dem Ziel, auf dem Dach der Grundschule in Deisendorf gemeinschaftlich eine Photovoltaik-Anlage zu errichten. Während einer Versammlung, in der über betriebswirtschaftliche und steuerliche Rahmenbedingungen gesprochen wurde, unterzeichneten 45 Nachbarn den Gesellschaftsvertrag zur Gründung der Solar Gemeinschaft Deisendorf GbR. 55 Prozent der Projektkosten trug die Gemeinschaft, die restliche Summe wurde durch zinsgünstige Darlehen finanziert.

Die ersten Monate standen im Zeichen der Planung. Die Deisendorfer schlossen unter anderem einen Nutzungsvertrag für die Dachfläche mit der Stadt Überlingen und einen Einspeisevertrag mit den Stadtwerken. Außerdem beantragten sie das Förderprogramm des Bundes.

Schließlich konnte es endlich losgehen!

Tipp: Zinsgünstige Darlehen für die Errichtung einer Anlage vergibt die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Weitere Hilfestellungen und Kontakte zu Bürger-Gemeinschaftsprojekten finden Sie unter www.solargemeinschaft.de oder www.regiosolar.de