Ökologie

Für ein gutes Klima: Blumen statt Beton!

Ob grüner Hinterhof oder blühende Brache - Stadtgrün ist nicht nur schön anzusehen, sondern übernimmt auch viele wichtige Funktionen für Mensch und Tier.

Lagune 1 ArtikelDie grünen Lungen unserer Städte sind Gold wert: Sie verbessern das Stadtklima, bieten Pflanzen und Tieren Lebensräume und sind auch für die BewohnerInnen wichtige soziale Treffpunkte. Obwohl in den letzten Jahren etliche Forschungsprojekte und Handlungsleitfäden für mehr Grün in der Stadt erarbeitet wurden, sind viele Flächen nach wie vor versiegelt. Die Folge: Der natürliche Wasserkreislauf wird gestört – Regenwasser kann weniger gut versickern und das Risiko für Überschwemmungen nimmt zu. Die Versiegelung ist auch ein Grund dafür, dass die Temperatur in den Städten steigt: Auf asphaltierten Flächen verdunstet weniger Wasser und die Luft wird kaum abgekühlt. Netzwerk Nachbarschaft fordert deshalb: Blumen statt Beton!

Terrassenparadies gefährdet

Viele Nachbarn schreiten bereits zur Tat: Sie legen schattenspendende Gärten und Beete an, begrünen Hinterhöfe oder lassen Bäume, Büsche und Stauden um ihr Haus wachsen. Dabei entstehen nicht nur kleine Biotope für Flora und Fauna, sondern auch echte Freiluft-Nachbarschaftszentren! Die Mieter der Falkenried-Terrassen in Hamburg erfreuen sich schon seit Jahrzehnten an ihrem Grün. Obstbäume, gemütliche Sitzecken und viele Spielmöglichkeiten für die kleinen Bewohner des Areals machen die Terrassen zu einem Pflanzenparadies inmitten der Großstadt – um das die NachbarInnen nun bangen müssen! Aufgrund von Brandschutzmaßnahmen soll der grüne Hinterhof geräumt werden. Ein Schock für die NachbarInnen, die ihren Hinterhof seit Angedenken hegen und pflegen. „Wir stehen voll und ganz hinter den NachbarInnen, die für den Erhalt ihres gemeinschaftlichen Grüns kämpfen!“ so Erdtrud Mühlens vom Netzwerk Nachbarschaft. Auch die Volksinitiative „Hamburgs Grün erhalten“ setzt sich für innerstädtische Grünoasen ein. Jüngst verhandelte sie mit der Stadt und erzielte einen flächendeckenden Schutz der Stadtnatur inklusive konkreten und messbaren Maßnahmen.

Genug Platz für alle

Brachflächen gleich Drecksecken? Weit gefehlt! Auf den „ungenutzten“ Flächen entstehen Lebensräume für Tiere und Pflanzen, für die es ansonsten ziemlich mau aussähe. In Erfurt erkannten aufmerksame NachbarInnen, wie wichtig und schön die Wildblumenwiesen sind und beanspruchten das Areal kurzerhand für sich. Heute hat sich ein Verein rund um die Brache gegründet und die „LAGUNE“ ist längst ein zu einem bekannten Naturerfahrungsraum im Herzen der Stadt gewachsen. Hier tummeln sich viele Menschen, die sich liebevoll um die Brache und deren vielfältige ökologische Nischen kümmern. Auch Parkplätze können in ihrer Nutzungsweise zu grünen Begegnungsorten umgedeutet werden! Das zeigen NachbarInnen in Wien eindrücklich: Im letzten Sommer wurden von ihnen 43 „Parklets“ organisiert, die von der Stadt mit bis zu 4.000 Euro pro Aktion gefördert wurden.

Jede Wiese zählt

Uns von Netzwerk Nachbarschaft begeistert es, wie sich Engagierte bundesweit für mehr Stadtgrün einsetzen. Mit der Jubiläumsaktion „Jede Wiese zählt!“ können NachbarInnen nun ein Zeichen setzen und bundesweit eigene Blühwiesen anlegen. Für mehr quietschlebendige Ecken im Quartier!

Für mehr Informationen

„Jede Wiese zählt!“
"Volkinitiative Hamburgs Grün erhalten“
LAGUNE Erfurt

 

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