Mehrgenerationen

Nachbarschaftshilfe als Altersvorsorge

Genossenschaften schließen vielerorts Lücken im Versorgungsnetz und bieten Alltagsunterstützung für Ältere. Die„Machbarschaft“ in Hamburg-Wandsbek zeigt, wie wichtig organisierte Nachbarschaftshilfe gerade in Krisenzeiten ist.

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Die Idee, die hinter dem Verein Machbarschaft Wandsbek-Hinschenfelde steht, ist einfach gut: Ältere Menschen, die ihre Freizeit sinnstiftend nutzen möchten, helfen Hochbetagten im Alltag. Engagiert unterstützen sie Anwohner im Alltag, indem sie kleine Dinge im Haushalt erledigen oder in Computerfragen mit Rat und Tat zur Seite stehen. Sie kaufen ein oder bieten ihre Begleitung an, wenn ein Arztbesuch ansteht. Wolfgang Suer, Vorsitzender des Vereins, gehört zum 62-köpfigen Helferteam. „Wir erhalten älteren Menschen länger ihre Selbständigkeit“, sagt der gebürtige Hinschenfelder, der seit kurzem im Ruhestand ist: „Und wir erledigen, die ein Pflegedienst nicht leisten kann“. Die Idee der Machbarschaft Wandsbek ist längst zum Vorbild für andere Stadtteile geworden, die sich dort bereits Tipps geholt haben und ähnliche Projekte planen.

Neue Freunde finden

Die Helfenden sind überzeugt: Wer heute Hilfe leisten kann, ist morgen vielleicht selbst darauf angewiesen. Deshalb sorgen sie mit ihrem Engagement gleichzeitig für die eigene Zukunft vor. 220 Mitglieder hat der Verein, der seit Juni 2015 aktiv ist. Die Neuaufnahme von Mitgliedern betreuen sechs Frauen in ihrer Freizeit. Sie bringen mit viel Erfahrung und Feingefühl Helfer und Hilfenehmende  zusammen. So entstehen oft schöne Freundschaften, von denen alle profitieren. 

Fairer Austausch

Fast alle Vereinsmitglieder leben im Stadtteil Wandsbek-Hinschenfelde oder in den angrenzenden Vierteln, so sind kurze Wege und unkomplizierte Abläufe die Regel. Die engagierten Nachbarn erhalten eine moderate Aufwandsentschädigung, damit die Hilfenehmenden nicht das Gefühl haben, etwas schuldig zu bleiben. Für viele Menschen, denen es schwer fällt, Hilfe von anderen anzunehmen, ist das von großer Bedeutung.

Hilfe geben, Freude nehmen

Der Verein Machbarschaft unterstützte bisher in rund 5.600 Einsätzen. Der Gewinn für beide Seiten ist nicht in Zahlen messbar. „Die alten Menschen haben viel Interessantes zu erzählen“, sagt Wolfgang Suer. Gerne bringt er sein handwerkliches Können ein. Für eine alte Dame habe er gerade eine Gartenlaube neu gedeckt und frisch gestrichen, erzählt der Vereinsvorsitzende begeistert.

Weitere Informationen:

www.machbarschaft-wandsbek-hinschenfelde.de

 

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