Mehrgenerationen

Paten-Systeme für Jung und Alt

Alleinerziehende, Familien und Senioren profitieren von Patensystemen in Nachbarschaften. Die gegenseitige Hilfe ist zuverlässig und ermöglicht allen Beteiligten neue Freiräume.

Uberblick-Mehrgenerationen 03Sich aktiv einbringen, Wissen und Erfahrungen weitergeben und Kinder durch Spiel und Spaß in ihrer Entwicklung fördern – das ist vielen älteren Menschen ein großen Anliegen. Viele Nachbarkinder wiederum wünschen sich nichts sehnlicher, als in ihrer Nähe „Großeltern“ zu haben, die sich die Zeit nehmen und mit ihnen die Welt neu entdecken. Wo wegen räumlicher Bedingungen die familiäre Begegnung erschwert ist, bietet sich jetzt eine Modell, das alle Beteiligten erfreut: Die Großelternpatenschaft! Kinder und Senioren aus der Nachbarschaft schließen über die Generationen hinweg neue Freundschaften. Die Älteren übernehmen die Betreuung des Nachbarkindes und die Kleinen erobern sich im vertrauten Umfeld und im Schutz ihrer Großelternpaten ganz neue Freiräume.

Patengroßeltern sind gefragter denn je

Ein Beispiel für diese neuen Wahlverwandtschaften ist der Verein „Berliner Familienfreunde“, den Birgit Plank aus Berlin Lichtenberg 2010 gründete. Der Verein vermittelt lokale Großelternpatenschaften von aktiven Rentnern mit Familien aus der Nachbarschaft. „Die Großelternpaten sind alle mit Herz und Seele für ihre Patenenkel da“, freut sich Plank. Damit die Wahlverwandten zueinander passen, werden die Wünsche von Bewerbern und Familien im Vorfeld behutsam abgestimmt. Interessen und Lebensgeschichten der Bewerber spielen dabei eine entscheidende Rolle. Passen die „Profile“ zusammen, steht einem ersten Kennenlernen im Familiencafé des Vereins nichts im Wege. Wenn dann auch die Chemie zwischen Alt und Jung stimmt, ist das Großeltern/Enkel-Glück besiegelt.

Freizeit nach Herzenslust gestalten

Die regelmäßigen Treffen gestalten die Kinder und Patengroßeltern ganz nach Lust und Laune. Vorlesen, Spielen, Malen, Basteln, Backen aber auch Ausflüge in die Bibliothek, Museen oder auf Spielplätze stehen hoch im Kurs. Die Patengroßeltern freuen sich über die lebhafte Gesellschaft und drücken – wie das „echte“ Großeltern so tun – auch gern mal ein Auge zu. Dank ihrer Lebenserfahrung können sie dem Kind helfen, neue Talente zu entwickeln und zu erproben. „Das ist ein reichhaltiger Schatz, den die Älteren nur allzu gerne weitergeben, ganz zum Wohle der Kleinen“, sagt Plank. „Mit Toleranz, Gelassenheit und Organisationstalent geben sie den Kindern viel Freiraum“. Meist entwickelt sich ein inniges Verhältnis zum Patenkind und seiner Familie – eine „Win-win“-Situation, von der alle Beteiligten profitieren. Insbesondere alleinerziehende Mütter und berufstätige Eltern freuen sich über diese Unterstützung. Interessierte Senioren, die eine Großelternpatenschaft in ihrer Nähe suchen, finden auf der Seite http://www.leihomas-leihopas.de/ weitere Informationen und Kontakte. Auch das deutsche Netzwerk www.balu-und-du.de hat sich auf die Variante der Kinderpaten spezialisiert. Die lokalen Koordinatoren in mehr als 100 Städten vermitteln Kinder und Kinderpaten im Studentenalter.

Mehr über Paten-Systeme:

Leihomas und Leihopas

Balu und du

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