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Gewächshäuser: Große Ernte auf kleinem Raum

Die Lust auf Selbstanbau von Obst, Gemüse und Kräutern treibt neue Blüten, auch in den Städten. In Gärten, auf Balkonen und Terrassen kommen immer öfter Gewächshäuser zum Einsatz. Wo Platz fehlt, leisten Miniformate gute Dienste.

gewaechshaeuser-juliana gmbhSie schaffen Wohlfühltemperaturen für Pflanzen, fördern höhere Ernteerträge und schützen Obst und Gemüse vor Wetterschäden: Gewächshäuser erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Denn sie sorgen, unabhängig von schwankenden Außentemperaturen, stets für ein wachstumsförderndes Innenklima. Gemüse- und Obstpflanzen lassen sich so früher aussäen und auch länger ernten.

Heute leisten auch kleine Gewächshausformate wertvolle Dienste für Selbstversorger, die auf dem Balkon oder der Terrasse anpflanzen wollen. Am besten eigenen sich Balkone mit Südost- oder Südwestausrichtung. Wie ihre großen Vorbilder liefern sie genügend Feuchtigkeit und vermindern den Wärmeabfluss: So kann selbst empfindliches Gemüse wie Paprika, Tomaten oder Gurken im geschützten Umfeld gut gedeihen.

Freistehend oder angelehnt?

Es gibt sie mit Folie überspannt, in Form von kleinen Schränken und mit verstellbaren Böden. Unter dem Gewächshaus befestigte Rollen sorgen zusätzlich für Mobilität. Integrierte LED-Beleuchtung ermöglicht den Eigenanbau auch an lichtärmeren Standorten. Unterschieden wird zwischen freistehenden und Anlehngewächshäusern. Ein Anlehngewächshaus nutzt die in der Hauswand gespeicherte Wärme für das Pflanzenwachstum. Selbst kleine Hochbeete lassen sich zum Gewächshaus umwandeln und ermöglichen so den Anbau von Gemüse auf Dachterrassen oder Balkonen. Dazu werden sie einfach mit einem Aufsatz versehen.

Gut vernetzt

Technikaffine Selbstversorger können das Wachstum ihrer Pflanzen mit einer App auf dem Smartphone oder Tablet überwachen. Intelligente Gewächshäuser machen es sogar möglich, sich das ganze Jahr hindurch, mit frischen Obst, Gemüse und Kräuter selbst zu versorgen. Und auch in der kalten Jahreszeit sind Gewächshäuser nützlich: als Schutz für frostempfindliche Pflanzen.

Chancen für Nachbarschaften: Gemeinsam betriebene Gewächshäuser

Nachbarschaften können ungenutzte Flächen in Hinterhöfen oder auf Flachdächern unter Umständen mit gemeinschaftlich betriebenen Gewächshäusern ergänzen. Hierzu sollten zuerst alle NachbarInnen angesprochen und informiert werden. Im besten Falle gewinnen Sie hier neue MitstreiterInnen. Sofern ein größeres Gewächshaus mit Fundament geplant ist gilt es zunächst die Erlaubnis der Hausverwaltung oder aller Mitglieder der WEG einzuholen. Erst dann können engagierte HobbygärtnerInnen zur Tat schreiten. Eine Baugenehmigung ist für Gewächhäuser in der Regel nicht erforderlich, jedoch gibt es keine bundesweit gültigen Vorschriften. Am besten erkundigen sich NachbarInnen in der Landesbauordnung ihres Bundeslandes über eventuelle Vorschriften. Es empfiehlt sich auch bereits bei der Planung abzusprechen, wie die Pflege und Instandhaltung des Gewächshauses durch die NachbarInnen zukünftig gewährleistet werden kann.

Foto: Juliana Gewächshäuser GmbH

 

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