Umfragen

Umfrage: Mit NachbarnInnen Weihnachten feiern?

Für die meisten Menschen ist die Vorstellung, die Festtage allein verbringen zu müssen, eine traurige Aussicht.

Welcome Dinner e.V. Foto: Eibe Maleen Krebs

Weihnachten wird traditionell in der Familie und mit Freunden gefeiert, als Fest der Liebe und gegenseitigen Wertschätzung. Besonders ältere alleinstehende Menschen leiden in dieser Zeit unter der Einsamkeit und fühlen sich ausgegrenzt.  Drei Prozent der Deutschen werden einer Studie des Marktforschungsinstituts GFK zufolge Weihnachten alleine und ohne Besuch verbringen - das sind knapp 2,5 Millionen Menschen.

Weihnachten nicht allein

In unserer aktuellen Umfrage im Netzwerk Nachbarschaft wollten wir wissen, wie groß die Bereitschaft ist, alleinstehende NachbarInnen zu Weihnachten einzuladen. Rund 43 Prozent antworteten: Ja, denn es soll keiner alleine bleiben. Mehr als jeder Dritte (35%) der Teilnehmenden haben schon einmal alleinstehende NachbarInnen zum Fest der Liebe eingeladen. 14 Prozent laden NachbarInnen ein, wenn sie sie gut kennen. Und nur 7 Prozent geben an, dass das Fest nur der Familie gehört.

Fröhliche Gemeinschaftsfeste 

In vielen Nachbarschaften werden rund um das Fest gemeinsame Begegnungen organisiert, um einsame Menschen aus der Isolation zu holen. Bastelaktionen, Gottesdienst-Besuche, Singnachmittage, Kaffeerunden am ersten Weihnachtsfeiertag, selbst lebendige Kalender (jeden Tag öffnet jemand aus der Nachbarschaft seine Pforte) – es gibt viele Möglichkeiten, Zusammentreffen zu veranstalten und das Gefühl der Geborgenheit im nachbarschaftlichen Umfeld zu fördern.  

Aufmerksamkeit und Freude schenken

Nicht immer fühlen sich Alleinstehende auch einsam. „Als einsam gilt jemand, der das Alleinsein als schmerzhaft empfindet, der sich isoliert oder nirgendwo zugehörig fühlt“, sagt der Mainzer Univ.-Prof. Dr. med. Dipl.-Psych. Manfred E. Beutel. Es ist also durchaus möglich, dass die Nachbarin oder der Nachbar Weihnachten nicht in Gesellschaft verbringen will.
Doch Freude schenken, sei es durch einen kurzen Besuch, einen gemeinsamen Kirch-oder Spaziergang oder eine kleine Aufmerksamkeit zum Fest, das stärkt bei allen das positive Gefühl, in lebendiger und aufmerksamer Gemeinschaft gut aufgehoben zu sein.

 

  

Weitere Informationen:

Umfrage  zu: „Einsamkeit in der Nachbarschaft“

Spiegel-Interview mit Univ.-Prof. Dr. med. Dipl.-Psych. Manfred E. Beutel