Mehrgenerationen

Der Spielplatz im Mittelpunkt

„Nicht mit uns!“, sagten Bremer Nachbarn, als die Stadt den Spielplatz in ihrer Siedlung schließen wollte.

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Seit vielen Jahren ist nun schon der Spielplatz das Zentrum des nachbarschaftlichen Miteinanders der Siedlung Focke-Wulf-Kamp. Die großen und kleinen Nachbarn der 120 Häuser in Bremen-Osterholz finden sich hier zu Laternenumzügen, Sommerfesten und dem alltäglichen Plausch zusammen. „Der Zusammenhalt ist bei uns einmalig. Man kennt sich, man hilft sich und das schon seit fast 80 Jahren“, erzählt Wolfgang Kuzyk, der selbst schon seit 16 Jahren hier lebt. 2008 wollte die Stadt den Platz aus Kostengründen überraschend schließen. Aber nicht mit den 80 Nachbarn des Siedlervereins! Sie setzten sich für ihren Spielplatz ein. Bei so viel Engagement konnte und wollte sich die Stadt nicht querstellen.

Eigeninitiative gegen bürokratische Hürden

Mit dem Einsatz von Fördermitteln, Spenden und viel Eigenleistung finanzierten die Anwohner eine neue Spiellandschaft. Im Jahr darauf gewannen sie bei der „Aktion Spielplatz“ von Netzwerk Nachbarschaft. Mit dem Preisgeld von 3.000 Euro kauften sie weitere Spielgeräte. 2010 kam die nächste Hürde: Die zuständige Behörde baute plötzlich einen Sicherheitszaun aus Stahl um den Spielplatz. Der machte die Fläche zu einem „Hasenkäfig“, wie die kleinen Besucher sagten. Die Nachbarn ließen ihre inzwischen guten Beziehungen spielen. Mit Unterstützung des örtlichen TÜV konnten sie das Amt nach einiger Zeit überzeugen: Ein Holzzaun ist genauso sicher und viel schöner. „Bürokratie kann schon im Weg stehen, aber mit der ungebrochenen Motivation haben wir sie bezwungen“, sagt Wolfgang Kuzyk. Mittlerweile haben die fleißigen Osterholzer auch ein Spielhaus, eine Tischtennisplatte und einen Geräteschuppen errichtet. Jedes Jahr kommt etwas Neues hinzu. Man darf also gespannt sein...