Planung & Organisation

Nachbarschaftsstrom auf dem Vormarsch!

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Im Einklang mit der Natur in Sieben Linden

Bildquelle: Netzwerk Nachbarschaft / Ökodorf Sieben Linden eG

Die Nachbarn des ergon e.V. in ihrem Solarpark

Bildquelle: Netzwerk Nachbarschaft / ergon e.V.

Die Sonnenkollektoren auf dem Gessiner Gemeindehaus

Bildquelle: Netzwerk Nachbarschaft / Mittelhof Gessin e.V.

Erneuerbare Energie aus der Nachbarschaft für die Nachbarschaft? Experten empfehlen diese Lösung wärmstens.

Die Dorfinitiative Mittelhof Gessin e.V. betreibt ihr Gemeindehaus seit nunmehr zehn Jahren mit dem umweltfreundlichen Solarstrom „Zu unserem täglichen Mittagstisch kommt Sonne vollständig für den benötigten Strom auf“, berichtet Vereinssprecher Bernd Kleist. Wohnprojekte wie die Hamburger Brachvogel eG oder das Ökodorf Sieben Linden in Sachsen-Anhalt nutzen Solarstrom zur Versorgung ihrer Wohnungen. Hier gilt: Zuerst wird der eigens produzierte Solarstrom genutzt, bevor je nach Bedarf Netzstrom zugeführt wird. Der gute Effekt: Niedrigere Stromkosten und ein nachhaltiger Beitrag zum ökologischen Wohnen. In München haben sich die Nachbarn des ergon e.V. schon 2004 große Anteile eines ganzen Solarparks gekauft. Von dort beziehen sie ihren eigenen Strom – und verkaufen Überschüsse gewinnbringend! Vielerorts wird clever investiert und Geld gespart – dank guter Nachbarschaft.

Erster Stromanbieter macht mit

Dass Gemeinschaftsanlagen für alle Beteiligten ein Gewinn sind, erkannten auch Ökostromanbieter wie LichtBlick frühzeitig. Im Rahmen eines Großprojekts in Berlin-Hellersdorf hat LichtBlick jetzt 50 Mietshäuser mit Photovoltaikanlagen ausgestattet. Rund 3.000 Mietparteien können hier den selbst produzierten Strom zu günstigen Konditionen beziehen – ein Vorteil, den sonst nur Besitzer von eigenen Solaranlagen in Anspruch nehmen können. Dem Berliner Vorbild sollen weitere Anschlussprojekte folgen.

Modell für die Zukunft?

Das Großprojekt zeigt, dass die dezentrale Stromerzeugung sowohl für Nachbarn wie auch für Versorgungsunternehmen attraktiv sein kann. Allerdings bestimmt der Anbieter bei Großprojekten weiterhin auch die Versorgungsmodalitäten und -kosten. Versorgungsmodelle wie das der Nachbarinitiative „ergon e.V. Strom von Nachbarn für Nachbarn“ verschaffen den Beteiligten da mehr Freiheiten. „Über spezielle Internetplattformen kann man privat produzierten Strom zum Verkauf anbieten. So werden Bürger zu Versorgern“, berichtet Eugen Kuntze vom ergon e.V. Das funktioniert ohne zwischengeschalteten Anbieter und ist für Nachbar- und Baugemeinschaften ein attraktives Zukunftsmodell!

Nachbargemeinschaften für Ökostrom und Ökowärme

Auch Sonnenwärmekollektoren und Blockheizkraftwerke (BHKW) haben Nachbarn in Mehrfamilienhäusern oder in einer Siedlung viel zu bieten. So versorgt der Verein Mittelhof Gessin sein Gemeindehaus nicht nur mit Sonnenstrom, er heizt es auch mit Solarwärme! Bernd Kleist aus Gessin berichtet: „Solarthermie eignet sich besonders gut zur nachbarschaftlichen Nutzung, da mit größeren Wärmespeichern die Effizienz stark steigt“. Interessierten Nachbarschaften gibt er den Rat, erst einmal eine fachlich beratene Kosten-Kalkulation aufzustellen. Mehrere Nachbarschaften in Hamburg beziehen ihre Wärme und Strom aus dezentralen BHKW in Mehrfamilienhäusern. Durch eine Vernetzung mehrerer Kleinkraftwerke könnten sogar ganze Viertel unabhängig versorgt werden. Die Beispiele zeigen: Die dezentrale Energieversorgung ist ein lohnendes Thema für Nachbarschaften – gut für Umwelt und das Portemonnaie!

Hier finden Nachbarn Informationen aus erster Hand:

Brachvogel eG – http://www.brachvogel-eg.de/
ergon e.V. – http://www.unseregemeinsamesache.de/
Mittelhof Gessin e.V. – http://www.gessin.de/
Ökostromanbieter LichtBlick: http://www.lichtblick.de/
Ökodorf Sieben Linden (eG) – http://www.siebenlinden.de/
Internetplattform zum privaten Stromverkauf: www.buzzn.net/