Ökologie

Gartenfreuden im Hinterhof

Nachbarn aus der Berliner Esmarchstraße krempeln die Ärmel hoch: ihr karger Innenhof wird zur blühenden Wohlfühloase.

Esmarchstrasse Artikel

Pflanzen lieben die Sonne. Doch in der Esmarchstraße war der Platz an der Sonne im Innenhof jahrelang für die Mülltonnen und Fahrräder reserviert. Daher beschlossen die Nachbarn, diesem Missstand ein Ende zu bereiten, die Tonnen besser zu platzieren und die Begrünung ihres Innenhofs selbst in die Hand zu nehmen. Per Unterschriftensammlung holten sie sich die Unterstützung von den Anwohnern und die Zustimmung des Hausbesitzers.

Ein blütenreicher Ort der Erholung

Neun Nachbarn aus drei Generationen gingen im Frühjahr 2013 an den Start. Sie begrünten den Innenhof mit Rittersporn, Hortensie, Ziersalbei, Kapuzinerkresse, weiteren Stauden und Gehölzen. Sandkasten, Terrasse und Sitzgelegenheiten laden alle Altersgruppen zum Verweilen ein. Der Umweltverband Grüne Liga beriet die Nachbarn bei der Bepflanzung sonniger, schattiger und halbschattiger Standorte und zu Gestaltungstrends. Auch die Bezirksverwaltung konnten die Nachbarn für ihr Projekt gewinnen. Sie half finanziell: Im Rahmen des Programms „100 Höfe“ ergatterten die Nachbarn 600 Euro Startkapital. Der Besitzer des Hauses war von der Beharrlichkeit der Nachbarn so stark beeindruckt, dass er weitere 500 Euro spendete.

Gemeinsame Ziele verbinden

Nicht nur die Natur, auch die Nachbarschaft in der Esmarchstraße floriert. Regelmäßig treffen sich die Nachbarn in ihrem „neuen“ Garten – zum spontanen Plausch oder um neue Pläne zu schmieden. In gemeinsamen Pflanz-Aktionen wird das Grün regelmäßig aufgefrischt und gepflegt. Christina Cassim, eine der Initiatorinnen, freut sich über den Erfolg: „Das Verhältnis zwischen den Anwohnern im Haus hat sich merklich verbessert – wir haben ein Thema, das uns verbindet, und einen schönen Ort, um uns zu treffen und auszutauschen“. Derzeit sorgen die Blattläuse für Gesprächsbedarf. Aber das bekommen die Nachbarn auch hin – gemeinsam!