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Nahversorgung mal anders: Food-Coop

Überall schließen sich Nachbarn zu Food-Coops zusammen. Dabei geht es um mehr als „nur“ eine Supermarktalternative. Das Interesse am selbst bestimmten Einkauf steigt.

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Diverse Lebensmittelskandale in den vergangenen Jahren veranlassen immer mehr Menschen, auf ihre Ernährung zu achten und sich Alternativen zum Einkauf in den Supermarktketten zu überlegen. Eine beliebte Form sind sogenannte Food-Coops, meist übersetzt als Lebensmittel- oder Einkaufsgenossenschaften, die gesunde Kost direkt von regionalen Bauernhöfen beziehen und auf nachhaltigen und umweltschonenden Konsum ausgerichtet sind.

Guten Gewissens konsumieren

Die Vorteile überzeugen: ökologisch produzierte Waren, regionale Produkte, kurze Transportwege, Sammelbestellungen und günstiger Einkauf. Die Mitglieder von Food-Coops arbeiten ohne Gewinnziele, bevorzugen Direktbezug sowie saisonale Produkte und vermeiden überflüssige Verpackungen. „Das Bedürfnis, regionale und ökologische Produkte zu kaufen, wächst. Wie nachhaltiges Einkaufen funktionieren kann, zeigen zahlreiche Initiativen von Nachbarschaften. "Dieses Engagement wollen wir fördern", bestätigt Erdtrud Mühlens von Netzwerk Nachbarschaft.

Aus der Not wird eine Tugend

Oft entsteht die Idee aus ganz praktischen Gründen: Da es an fußläufigen Einkaufsmöglichkeiten fehlt, entschließen sich engagierte Nachbarn, Einkaufsgemeinschaften zu gründen. So auch die Food-Coop Gourmetkrokodil in Zerbst. „Wir wollten uns bewusst ernähren und darauf achten, was wir konsumieren. Da es hier keinen Bio-Laden und kein Reformhaus gibt, wurden wir aktiv. Gemeinsam organisieren wir eine breite Produktpalette ökologisch angebauter Lebensmittel“ erklärt Christina Dammann, Mitglied der Zerbster Lebensmittelkooperative. „Es ist großartig, dass die Mitglieder Verantwortung übernehmen und großen Wert darauf legen, wie etwas produziert wird. So sehen sie auch, wie viel Arbeit dahinter steckt“, so Dammann.

Vom Viertel, fürs Viertel

Die Hamburger Initiative Tante Münze, die bestens mit Kleinunternehmern und Kollektiven aus der Nachbarschaft vernetzt ist, betreibt sogar einen kleinen Laden. Der Schwerpunkt des Food-Coops liegt jedoch weniger auf dem Verkauf, sondern auf dem sozialen Netzwerk, das dadurch entsteht. „Unser Food-Coop-Laden ist mittlerweile zu einem Treffpunkt für die ganze Nachbarschaft geworden“, erklärt Manuel Meuer, Beteiligter des Food-Coops. “Wir organisieren mit unseren Nachbarn zahlreiche neue Projekte, wie Fußballturniere, Straßenfeste, Filmabende oder auch Themenabende und weitere Nachbarschaftstreffen.“

 

  

Weitere Informationen:

 

 

Weitere Informationen zum Thema Dorfläden und Einkaufsgemeinschaften finden Sie hier. Sie wollen eine Einkaufsgemeinschaft gründen? Dann finden Sie hier die Checkliste mit wichtigen Tipps.

 

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