Teilen & Tauschen

Gleiche Chancen für alle!

Die „Nachbarschaft Samtweberei“ ist Vorbild in Sachen Zusammenhalt: Ein eigener Sozialkiosk ermöglicht Schulkindern den digitalen Zugang. Nachbarn helfen bei den Online-Hausaufgaben.

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Bunt, kreativ und multikulturell – so sieht die Südweststadt von Krefeld aus. Im Samtweber-Viertel werden über 20 Sprachen gesprochen, viele Künstler und Studierende wohnen hier. Zentrum der Nachbarschaft ist eine alte Textilfabrik, in dem Gebäude wohnen und arbeiten heute 150 Menschen. Das Besondere: Die Bewohner leisten einen direkten Beitrag für das Viertel. Denn die Überschüsse aus den Mieten für Büros und Wohnungen fließen in die Stadtteilarbeit. So kommen jährlich mehrere Tausend Euro für gemeinnützige Projekte und Einrichtungen zusammen. Anfangs unterstützt von der Montag Stiftung und der Stadt Krefeld, haben die Mieter der alten Fabrik das Lebensumfeld für alle Nachbarn bereichert.

Treffpunkt zum Turnen und Gärtnern

Die Aktionen der Samtweberei-Gemeinschaft wirken weit ins Viertel. Ein Treffpunkt für alle ist eine Fabrikhalle. Sie ist teils überdacht, es gibt einen Garten und einen Sportboden. Während der Corona-Krise hat sich dieser Ort besonders bewährt: „Hier treffen sich jetzt viele Gruppen, die ihre eignen Räume nicht nutzen können“, sagt Monika Adams, Leiterin der gemeinnützigen Projektgesellschaft Urbane Nachbarschaft Samtweberei (UNS). Ein Chor und eine Theatergruppe proben hier, auch Sportkurse finden statt.

Teilen und geben

Über 100 Projekte wurden in sechs Jahren auf den Weg gebracht und von den Nachbarn umgesetzt. Zum Beispiel kümmern sich Mieter um das Nachbarschaftszimmer, das für Treffen, Feiern oder soziale Zwecke gedacht ist. Oder sie beteiligen sich an Foodsharing-Aktionen vor Ort und richten Give-Boxen ein. Nachbarschaftshilfe ist allen ein Anliegen. „Bei uns geht keiner verloren“, sagt Monika Adams.

Ein Kiosk für Hausaufgaben

Neuestes Projekt ist ein Sozialkiosk, der Familien im Viertel die digitale Teilhabe ermöglicht. Während der Homeschooling-Zeit zeigte sich: Viele Kinder haben nicht die Technik zu Hause, um Hausaufgaben online abzurufen. Schnell wurde den Nachbarn klar: Wir brauchen eine Infrastruktur, um Schülerinnen und Schülern zu helfen! Eine Nachbarin hat sich dafür jetzt Unterstützung bei der Integrationsagentur Krefeld geholt. In einem eigens dafür eingerichteten Büroraum in der Alten Samtweberei stehen künftig Computer, Internetanschluss und Drucker bereit – und engagierte NachbarInnen, die Schülern und Eltern mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Weiter Informationen:

https://samtweberviertel.de/

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