Bewegung: Anlässe schaffen

Raus aus dem Haus – rein ins pralle Leben

Ältere Menschen wie Karla Hein gehen nur noch selten allein vor die Tür. Dabei blühen die meisten Senioren wie sie förmlich auf, wenn sie unter Menschen kommen. Es gibt viele Möglichkeiten, die Senioren aus dem Haus zu locken.

Karla Hein freut sich immer, wenn Mittwoch ist. An diesem Tag kommt ihre jüngere Nachbarin Susanne Holm vorbei. Früher wechselten sie immer nur ein paar Worte. Irgendwann fragte Susanne Holm ihre ältere Nachbarin, ob sie mal Lust hätte, mit ihr spazieren zu gehen. Seither verabreden sich die beiden regelmäßig. Holm weiß, dass ihre ältere Nachbarin nicht mehr so gut zu Fuß ist. Behutsam begleitet sie die 85-Jährige bis zu ihrem Auto, lädt flugs den Rollator ein und fährt mit ihr zum nächstgelegenen Park. Den kennt Karla Hein wie ihre Westentasche und freut sich jedes mal darauf, der Jüngeren Geschichten über den Park erzählen zu können.

„Auch wenn Senioren nicht mehr so mobil sind, ist Bewegung für sie wichtig“

Wenn ältere Menschen nur eingeschränkt mobil sind, trauen sie sich selten allein vor die Tür. „Doch Senioren benötigen das Sonnenlicht und die frische Luft ebenso wie Jüngere, um beweglich zu bleiben. Auch wenn sie nicht mehr so mobil sind, ist regelmäßige Aktivität für sie wichtig“, erklärt Expertin Silvia Bieling von der AOK Rheinland/Hamburg. Das muss nicht gleich ein großer Ausflug sein. Auch kleinere alltägliche Unternehmungen wirken belebend und sind für die Älteren schon ein Erlebnis. Die Nachbarschaftshilfe Golzheim aktiv holt zwei Mal wöchentlich die Älteren mit einem privaten PKW zum Einkaufen ab. Zwölf Fahrer wechseln sich damit ab. Nach dem Einkauf bringen die Fahrer jeden nach Hause und tragen ihnen persönlich die Tüten bis zur Haustür.

Alt und Jung gemeinsam on tour

Solange die älteren Nachbarn noch rüstig sind, nehmen die meisten noch gern an Ausflügen teil. Bei dem Stadtrundgang durch Hamburg St. Georg, den die Hamburger Nachbarschaft aus dem Jenkelweg auf die Beine gestellt hatte, waren vor allem die Älteren mit von der Partie. “Es gab genügend Pausen, weil wir aufeinander geachtet haben. Besonders darauf, dass jeder Schritt halten und gut zuhören konnte”, so Ingrid Samson. Den Billstedtern liegt viel daran, die Fitness ihrer Senioren zu erhalten. Schon bald starten sie deshalb mit einer eigenen Nordic Walking Gruppe. „Mit dieser Sportart kann man der Entstehung zahlreicher typischer Altersbeschwerden entgegen wirken. Das schnellere Gehen reduziert das Risiko an Osteoporose, Bluthochdruck oder auch Diabetes zu erkranken“, so AOK-Expertin Silvia Bieling. Dass es nie zu spät ist, etwas Neues auszuprobieren, beweisen die Anmeldungen. Die Älteren freuen sich schon darauf, gemeinsam mit ihren Nachbarn diese Sportart auszuüben und zu erlernen. Nicht mit Unbekannten in einer x-beliebigen Gruppe zu gehen, gibt ihnen die Sicherheit, dass man auf sie Rücksicht nimmt. Wer übrigens nicht gern mit den Stöcken läuft, kann einfach mitwalken und die Arme kräftig vor und zurück schwingen lassen. Dabei sein ist schließlich alles.

Weitere Infos zur Lauftechnik finden Sie auf den Seiten der AOK unter:

https://portale.aok.de/laufend-in-form/nordicwalking-merkmale.html
https://portale.aok.de/laufend-in-form/faq.html

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© Foto: AOK-Mediendienst

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