Ernährung: Kochgemein-schaften und Mittagstische

Vollwertig: Gesund essen – gemeinsam genießen!

Viele alleinstehende Senioren kochen nicht gerne für sich selbst und vergessen sogar teilweise zu essen. Da wundert es nicht, dass rund 20 Prozent der über 75-Jährigen mangelernährt sind. In engagierten Nachbarschaften steckt viel Potenzial, dem entgegenzuwirken – durch Kochgemeinschaften und Mittagstische.

Eine gute Ernährung ist ein wesentlicher Faktor, um bis ins hohe Alter gesund zu bleiben und selbstbestimmt leben zu können. „Es gibt eindeutig einen Zusammenhang zwischen Appetitlosigkeit, Mangelernährung und Krankheiten“, weiß Dr. Ellen Fuchs von der AOK Rheinland/Hamburg. „Gerade deshalb ist für ältere Menschen gesundes, vitalstoffreiches Essen ebenso wichtig, wie das Essen in der Gesellschaft“. Eine naheliegende Lösung bietet „Essen auf Rädern“, das aber vielen nicht schmeckt und selten reich an Nährstoffen ist. Die liebevolle Variante liegt in der Nachbarschaft.

Kochen und Essen in der Gemeinschaft

Wer als Nachbar positiven Einfluss auf die gesunde Ernährung seiner älteren Mitbewohner nehmen will, organisiert Kochgemeinschaften oder Mittagstische. Zusammen kochen und essen bringt Spaß und fördert den generationsübergreifenden Austausch. Ältere Nachbarn helfen beim Schneiden, Schälen und mit Rezepten, so manch kulinarisches Kochgeheimnis wird da preisgegeben. Besonders in multikulturellen Gruppen bereichern exotische Gewürze und Zutaten das Kochen.

Der Mittagstisch als Treffpunkt

Der Gang zum gemeinsamen Mittagstisch ist dann nicht mehr weit. Es bietet sich an, mit geringfügigem Mehraufwand für Senioren, die nicht mehr so gut zu Fuß sind, einfach zwei oder drei Portionen extra zuzubereiten. Das kann auch beim privaten Kochen eingeplant werden. Reihum übernehmen die Nachbarn den kleinen Küchendienst. Das frisch zubereitete Essen liefert einer der Bewohner per pedes oder Fahrrad an die älteren Nachbarn aus. Am besten ist es natürlich, wenn man sich zum gemeinsamen Essen verabredet.

Zu Tisch – aber gemeinsam!

Kochgemeinschaften und Mittagstische funktionieren unter bestimmten Voraussetzungen, wie entsprechenden Räumlichkeiten mit einem großen Tisch für gemeinsame Mahlzeiten. Und natürlich engagierten Nachbarn. Die Nachbarn am Walchenseeplatz in München gehen hier mit gutem Beispiel voran. Sie haben erkannt, dass die beste Zutat gute Gesellschaft ist. Im Projekt „Die Erbsenzähler“ treffen sich regelmäßig Anwohner zwischen 20 und 70 Jahren zum Kochen und Essen. In der Zietenstraße in Solingen bauen die Nachbarn sogar ihr Gemüse selber an, um es später gemeinsam zu verarbeiten. Nachbarn aus Gessin bieten einen Mittagstisch für Senioren an und in Golzheim findet das Seniorenfrühstück so großen Zulauf, dass nun auch ein Mittagstisch geplant ist.

Mehr Informationen zum Thema gesunde Ernährung von Älteren auf:
Seiten der AOK; die monatliche “Schlemmerpost” liefert gesunde Rezeptvorschläge per E-Mail
Netzwerk Nachbarschaft

© Foto: AOK-Mediendienst

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