Bewegung: Nordic Walking

Fit am Stock

„Am Stock“ gehen – das kann man auch „freiwillig“: Nordic Walking hält gesund und macht – gemeinsam mit anderen – richtig Spaß. Immer mehr Nachbarschaften verabreden sich zum Nordic-Walking-Treff.

Jeden Montag um 10 Uhr trifft sich Siegrid Schug aus dem Vier-Generationenhaus Andernach mit ihren Nachbarn zum Nordic Walking. Die Nachbarinnen reden und lachen miteinander, während das Laufen am Nordic-Walking-Stock fast von alleine geht. So macht Bewegung Spaß, finden die sechs Nachbarinnen zwischen 56 und 70 Jahren. „Mittlerweile sind auch einige Teilnehmerinnern dabei, die im Laufen eingeschränkt sind. Die machen dann eben eine kleine Runde und laufen soweit sie können mit“, erzählt Schug.

Das Rundum-Training für jedes Alter

Schon jeder dritte Deutsche über 50 betreibt diese nordische Kunst des Gehens. Denn Nordic Walking gilt als besonders gesund. Es fordert Herz und Kreislauf, regt den Stoffwechsel an und stärkt Muskeln und Knochen. Wer die Stöcke ordentlich schwingt, gerät dabei nicht so schnell aus der Puste und das Verletzungsrisiko ist gering. „Nordic Walking ist eine moderate, aber nicht minder effektive Outdoor-Sportart, die Füße und Gelenke weit weniger beansprucht als Joggen“, erläutert die AOK-Bewegungs-Expertin Silvia Bieling. „Mit dieser Sportart kann man der Entstehung zahlreicher typischer Altersbeschwerden entgegen wirken – darüber hinaus macht das Training an der frischen Luft einfach Spaß“. Das Gehen reduziere das Risiko an Osteoporose, Bluthochdruck oder auch Diabetes zu erkranken, so Bieling. Der große Vorteil: Man kann damit auch im fortgeschrittenen Alter beginnen. Für Einsteiger ist eine Einführung in die Nordic Walking Technik durch einen Kurs mit einem dafür qualifizierten Trainer zu empfehlen. Nordic Walking-Kurse werden als Präventionsleistungen unter bestimmten Voraussetzungen von Gesundheitskassen wie der AOK bezuschusst. So bezuschusst Ihre AOK anerkannte Präventionsangebote mit bis zu 75,00 EUR. Bei eventueller körperlicher Einschränkung ist die vorherige Abklärung mit dem Arzt ratsam.

In der Gruppe geht’s leichter

Fürs Nordic Walking benötigt man Sportkleidung, Laufschuhe und Stöcke. Ohne viel Vorbereitung heißt es: Auf die Straße und los geht’s! Mitstreiter findet man durch direkte  Ansprache oder einem kleinen Flugblatt im Briefkasten. „Wir haben dafür unseren Infokasten genutzt, in dem jeder Aushänge machen kann. So verbreitete sich unsere Idee in Windeseile. Den Termin habe ich ohne viel Diskussionen einfach festgelegt“, berichtet Siegrid Schug. Was zählt ist die Bewegung an der frischen Luft und die nette Gesellschaft der Nachbarn. Dieser gruppendynamische Prozess motiviert zur regelmäßigen Teilnahme und holt auch Nachzügler mit ins Boot. Denn gerade ältere Nachbarn wollen etwas mehr Zeit für die Entscheidung haben. Mitunter beobachten sie die Gruppe erst einmal, um abzuschätzen, was sie sich zutrauen. Das Argument für zurückhaltende Nachbarn: Den Schwierigkeitsgrad bestimmt jeder in der Gruppe für sich selbst.

Fortschrittlich!

So wie in Andernach haben auch die gesundheitsbewussten Nachbarn des Jenkelwegs in Hamburg Billstedt das Potenzial des Nordic Walkings für sich entdeckt. Sobald es wärmer wird, wollen sie als Gruppe bewegungsaktiv werden. Die Nachbarn im Brachvogelweg sind da im wahrsten Sinne des Wortes schon weiter „fortgeschritten“. Seit mehreren Jahren treffen sich hier Mitbewohnerinnen zwischen 50 und 60 Jahren regelmäßig, um gemeinsam ihre Stöcke zu schwingen.

Eine Auswahl an qualitätsgesicherten Nordic Walking-Kursen finden Sie über die Seite www.fit-mit-der-aok.de

Weitere Infos zur Lauftechnik finden Sie auf den Seiten der AOK unter:

https://portale.aok.de/laufend-in-form/nordicwalking-merkmale.html
https://portale.aok.de/laufend-in-form/faq.html

© Foto: Vier-Generationenhaus Andernach

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