Mehr erleben: Spielenachmittag

Man trifft sich – beim Spielen!

Wenn Ellinor Orth aus Bonn (93) mit ihren Nachbarn „Mensch-ärgere-dich-nicht“ spielt, ist sie ganz in ihrem Element. Schließlich kennt sie das seit über 80 Jahren. Für sie und ihre Altersgenossen ist Spielen ein Stück Lebensgeschichte. Spielenachmittage erfreuen sich daher bei älteren Nachbarn größter Beliebtheit!

Strategie-, Logik- oder Kartenspiele – die Lust am Spielen lässt auch im Alter nicht nach. Sich mit anderen messen, gemeinsam lachen und Spaß haben – das belebt und hält jung. Wie aber findet man Gleichaltrige und jüngere Mitspieler? Die gute Nachricht: Oft wohnen Mitspieler gleich nebenan. Jüngere Nachbarn können die älteren unterstützen, indem sie gemeinsame Spielenachmittage in der Nachbarschaft organisieren, in fröhlicher Gemeinschaft mit vertrauten Menschen.

Wie organisiert man den Spielenachmittag am besten?

Ältere Nachbarn tun sich mitunter schwer, die Initiative zu ergreifen. Ein Aushang im Treppenhaus oder am Nachbarschaftshaus mit zwei bis drei Terminvorschlägen wäre daher ein guter Schritt. Mutigere klingeln einfach beim Lieblings-Nachbarn und fragen. Warum nicht auch mal mit einem neuen Spiel anstatt eines Kuchens beim Nachbarn vorbeischauen? Wenn damit auch gleich noch ein Tapetenwechsel für die älteren Mitbewohner verbunden ist, kommt richtig Bewegung auf.

Spiele-Netzwerke aufbauen

„Beim Spiel entstehen andere, leichtere Kontakte als im Gespräch,“ sagt Bernd Hülsdünker, Experte der AOK Rheinland/Hamburg. „Der Spaßfaktor ist hoch, es regt an und schafft gute Stimmung. Für ältere Menschen sind die Schwellen niedrig, für sie ist das Spielen ein Stück ihrer Geschichte.“ Jüngere lernen gerne und können sich messen, beispielsweise beim Schach. Das hält den Geist fit und schafft den ungezwungenen Austausch der Generationen. Und alle können sich einbringen.

Abwechslung ist Trumpf

Wenn jeder sein Lieblingsspiel zum Treffen mitbringt, entsteht eine große Spieleauswahl. Ältere können den Jüngeren Klassiker wie Doppelkopf, Skat, Canasta oder Schach beibringen. Jüngere Spieler machen ihre älteren Nachbarn mit „modernen“ Spielen vertraut. Viele Nachbarschaften haben bereits solche Spieletreffen etabliert, wie der Verein „Nachbarn für Nachbarn“ Arnsberg, das „Haus Mobile“ in Köln oder die Wohnungsgenossenschaft Witten-Mitte eG. Es gibt aber eine Vielzahl an Aktionen, die spielerisch Berührungsängste überwinden und Nachbarn näher bringen.

Tipp: Auch digitale Spiele kommen gut an! Spiele auf der Wii oder mit dem EyeToy regen neben dem Spaß auch noch die Bewegung an. Die Nachbarn aus dem Jenkelweg haben das in einem Wii-Spielenachmittag bereits mit Erfolg erprobt.

Mehr Informationen zum Thema Spielenachmittag mit Älteren auf:
Netzwerk Nachbarschaft

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