martini·erleben

Bremsen nicht vergessen – ein Selbstversuch im Rollstuhl

An einem Freitag Ende Mai sind wir losgezogen, um im Selbstversuch den Stadtteil auf seine Rollstuhltauglichkeit zu testen. Fünf mutige Test-Rollstuhlfahrende (zwei Erwachsene im Elektro-Rollstuhl, ein Jugendgruppenleiter von St. Martinus und zwei 2016 Konfirmierte) trauten sich in den Straßenverkehr. Vier Erwachsene (u.a. die Projektleiter Elisabeth Kammer und Pastor Uli Thomas) begleiteten sie zu Fuß. Allen Teilnehmer*innen wurde während des ungewöhnlichen Experiments schnell bewusst, mit welchen Herausforderungen die Rollstuhl-Fahrenden konfrontiert sind. Am schwierigsten war es, Bordsteinkanten vorwärts hochzukommen, ohne dass der Rollstuhl nach hinten kippt. Die noch immer häufig nicht barrierefreien Zugänge zu vielen Gebäuden, Wohnungen und öffentlichen Verkehrsmitteln erschwerten die Fortbewegung zusätzlich. Es war ein aufschlussreicher Tag, der uns eine völlig neue Perspektive geboten hat und mehr Verständnis für die Situation von Rollstuhlfahrenden. Bei einer abschließenden Erfrischung tauschten wir uns aus und besprachen das nächste Treffen, bei dem wir Geschäfte, Dienstleister und Gastronomie auf barrierefreie Zugänge testen wollen.

   

23.08.2016, Elisabeth Kammer