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Ein Platz an der Sonne!

Unglaublich, wer hätte das gedacht. Wir konnten zum ersten Mal unsere Gemeinschaftsterrasse nutzen und das Mitte Februar. So wurde der erste Geburtstags-Kaffee spontan nach draußen verlegt, und beim Workshop wurde das Mittagessen in der Sonne eingenommen. Zur Freude der Kinder, die unsere Mutterboden-Erdhügel als idealen Spielplatz entdeckt haben. Der Workshop ging um die Farbgestaltung des Gemeinschaftsraumes, die Breite des Zugangs zum Haupteingang, den Bau eines zusätzlichen Stellplatzes oder die Durchführung einer großen Einweihungsparty – immer wieder erleben wir, wie aufwendig es sein kann, viele Meinungen unter einen Hut zu bringen.

Zum einen zeigt sich, dass man nun mal über Geschmack nicht streiten kann, sondern sich “einfach nur verständigen” muss. Leichter gesagt als getan. Noch schwieriger wird es, wenn grundsätzliche Einstellungen eine Rolle spielen. Ein Autostellplatz zum Beispiel ist sicher sehr praktisch, aber wollen wir wirklich noch mehr Fläche zupflastern? Ist nicht ein schönes Beet “wertvoller” als ein Parkplatz? Dass es hier kein “Richtig” oder “Falsch” gibt, ist von vornherein klar. Und weil wir nun mal nicht per Mehrheit entscheiden wollen, sondern einen Konsens suchen, müssen wir uns intensiv mit den Pro- und Contra-Argumenten auseinander setzen. Um zum Schluss herauszufinden, ob es eine Lösung gibt, mit der alle (mehr oder weniger) gut leben können. Hat am Ende – mal wieder – funktioniert. Und auch wenn einige diese Diskussionen mehr als anstrengend finden: Vermutlich gelingt Gemeinschaft auf Dauer nur so.
Und weil am Ende auch noch kräftig beim Müll-Entsorgen angepackt wurde, sieht es inzwischen vor und hinter unserem Gebäude deutlich aufgeräumter aus. Was richtig Spaß macht – sowohl der Blick auf das Gelände als auch das gemeinsame Anpacken.
18.02.2019, Johannes Thönneßen