Kultur & Freizeit

„Willst Du mit mir geh'n?"

In Essen laden Nachbarn ihre älteren Mitbewohner zum wöchentlichen Spaziergang ein. 32 Stadtteile machen mit.

Generationencampus Spaziergang

Rund 22 Prozent der Essener Bevölkerung sind mindestens 65 Jahre alt. Viele ältere Menschen leben allein, verlieren so die Lust auf Bewegung und in der Folge auch den Kontakt zum Stadtteil. Obwohl die meisten von ihnen gerne aktiver wären. Dieser Widerspruch rief 2012 Essener Nachbarn auf den Plan. Sie gründeten das Projekt „Mehr Bewegung im Alltag – Willst du mit mir gehen?“ Zwei Spaziergehpatinnen und -paten laden mehrere ältere Anwohner zu gemeinsamen Spaziergängen durch den eigenen Stadtteil ein und bringen die Senioren miteinander in Kontakt. Trotz wechselnder Routen geht es immer vom selben Treffpunkt los, so dass Interessenten, die nur mal „reinschnuppern“ wollen, sich der Runde anschließen können. „Mit anderen spazieren gehen und sich dabei austauschen können, das ist leicht und das gefällt vielen“, erklärt Wolfgang Nötzold, erfahrener Spaziergangspate, den Erfolg der Initiative. Seit seiner Gründung ist das mehrfach ausgezeichnete Projekt stark gewachsen und heute in 32 von 50 Essener Stadtteilen präsent. Jede Woche sind 120 Paten und bis zu 1.000 Spaziergänger gemeinsam unterwegs!

Neue Wege gehen

Angestoßen und entwickelt wurde die Projektidee durch Seniorenbeirat, Seniorenreferat und Gesundheitskonferenz der Stadt Essen. Die gezielte Förderung von Bewegung und sozialem Kontakt schafft mehr Selbstvertrauen, der Kontakt mit Mensch und Umgebung hilft, die Mobilität und das Wohlbefinden älterer Menschen zu steigern. Menschen mit eingeschränkter Mobilität sind herzlich willkommen. Nötzold sieht das Angebot als gute Möglichkeit zur Vernetzung: „Der Kontakt ergibt sich automatisch. Viele Teilnehmer treffen sich darüber hinaus noch zum Kaffee oder unternehmen andere Dinge gemeinsam“. Oft werden auch Nachbarn erreicht, die organisierte Bewegungsangebote sonst ungern wahrnehmen. „Das Projekt der Essener Nachbarn geht im wahrsten Sinn des Wortes neue Wege“, sagt Erdtrud Mühlens, Gründerin von Netzwerk Nachbarschaft. „Die Idee der Essener Nachbarn sollte überall in Deutschland Schule machen.“

Kommentare  

 
#1 Monika Bednorz schrieb am 09.09.17 um 10:29
Eine gute Idee
 

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