Kultur

Spielplätze: Anwohnende treten in Aktion

Knapp 100.000 Spielplätze gibt es im Land. Das klingt nach viel Freiraum für unsere Kinder. Doch Zustand und Ausstattung sind oft schlecht. Das ruft engagierte Nachbarschaften auf den Plan.

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Viele Spielplätze in Deutschland verwahrlosen. Bei einem Drittel der öffentlichen Spielplätze bleiben die nötigen Sanierungen aus – so eine Studie des Deutschen Kinderhilfswerks (DKHW). Eine aktuelle Umfrage des DKHW aus dem Jahr 2025 zeigt, dass 97 Prozent der Befragten ausreichend Spiel- und Freizeitmöglichkeiten für Kinder  als sehr wichtig oder wichtig erachten.

Doch statt der oft dringend erforderlichen Sanierung und besseren Ausstattung von Spielplätzen werden kaputte Spielgeräte aus Sicherheitsgründen abgebaut. Sehr zum Leidwesen von Eltern und Kindern. Sie beklagen ohnehin, dass wohnortnahe Spielplätze oft viel zu wenig Abwechslung bieten.

Am Ball bleiben

Freiflächen und Spielmöglichkeiten für Kinder fallen zunehmend der baulichen Verdichtung in Städten zum Opfer. Damit werden Kinder der Möglichkeit beraubt, sich draußen auszutoben und Bewegungsabläufe gemeinsam mit Anderen spielerisch zu erlernen. „Viele Kommunen sehen tatenlos zu, wie diese Flächen verwahrlosen“, kritisiert Erdtrud Mühlens vom Netzwerk Nachbarschaft. „Wir meinen, sie sollten die Eigeninitiative von Anwohnenden dankbar aufgreifen und tatkräftig unterstützen.“ Kostenlose Checklisten des bundesweiten Aktionsbündnisses liefern den Akteuren vor Ort wichtige Praxishilfen. Regelmäßig berichtet das bundesweite Netzwerk über erfolgreiche Spielplatz-Aktionen.

Mehr Spielplätze für Jung und Alt

Netzwerk Nachbarschaft zeichnete in den vergangenen Jahren zahlreiche Initiativen von Anwohnenden aus, die sich für den Erhalt und den Neubau von Spielplätzen stark machen und Patenschaften organisieren. Mit dabei: die Nachbarinitiative „Abenteuerspielplatz Bahnhofsquartier“ im nordrhein-westfälischen Wetter. Als dort die NachbarInnen von den Plänen der Gemeinde erfuhren, den Spielplatz aus Budgetgründen aufzugeben, übernahmen sie die Regie und verhinderten den Abriss. Mit ihrem Engagement halfen sie, die Kosten für die Modernisierung und Pflege deutlich zu reduzieren. Heute veranstaltet der Nachbarschaftsverein regelmäßig bunte Feste und sammelt für den Erhalt des Spielplatzes. Im niedersächsischen Stiepelse bauten die Mitglieder des Ortvereins mit viel Eigeninitiative und Unterstützung durch Sponsoren einen neuen Mehrgenerationen-Spielplatz – direkt am Deich. Das Baugrundstück stellt die Gemeinde. Dafür wurden sie von Netzwerk Nachbarschaft ausgezeichnet. Einen schönen Erfolg konnten auch Anwohnende in der rheinland-pfälzischen Stadt Unkel verzeichnen. Sie gestalteten einen Bürgerpark für alle Generationen – mit Tischtennisplatte, Bolzplatz, Begegnungsplätzen und Gemeinschaftsgarten. Ausgezeichnet wurde ebenfalls die Nachbarinitiative „Gemeinsam für Altenglan“ in Rheinland-Pfalz. Hier machten Eltern und Kinder gemeinsame Sache und sind heute zu Recht mächtig stolz auf ihren Spielplatz „Piratentreffpunkt“.

  

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FAQs zum Thema Spielplatz

Checkliste für Spielplatzinitiativen

Abenteuerspielplatz Bahnhofsquartier Wetter

Gemeinsam für Altenglan

Dorfgemeinschaftsförderungsverein Stiepelse e.V.

Bürgerpark Unkel

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