Der Deich hält zusammen
Das kleine Dorf Stiepelse in Niedersachsen, umgeben von einem Biosphären-Reservat, ist eine der ältesten Siedlungen in der Elbtalaue. Die 80 DorfbewohnerInnnen gestalten ihr Gemeinschaftsleben bunt – vom Deichkino bis zum offenen Adventskalender.

In den 1990er-Jahren gründeten die StiepelserInnen den Dorfgemeinschafts-Förderungsverein Stiepelse e.V.. Sie „kauften“ von der Gemeinde das Gebäude der ehemaligen Schule für den symbolischen Preis von einer Mark und machten es mit viel Engagement zu ihrem „Dorfhaus“. Heute finden hier alle Veranstaltungen und Treffen statt, und hier ist auch die Dorfbücherei untergebracht. „Weit über die Hälfte der Einwohner ist Mitglied im Verein und in der Dorfgemeinschaft aktiv“, erzählt Astrid Daetz, die gemeinsam mit ihrem Ehemann die Dorfbibliothek leitet.
Ein Platz für alle Generationen
Zu jeder Jahreszeit veranstalten die AnwohnerInnen in Stiepelse kulturelle Highlights: vom Fasching über das Erntedankfest bis zu Halloween oder „Boßeln am Elbdeich“. Besonders beliebt ist das Open-Air-Kino am Deich, das sie regelmäßig im Sommer veranstalten und damit Menschen aus dem ganzen Umkreis anziehen. Für den Eintrittspreis von einem „Stiepel“ unter freiem Himmel gemeinsam Filme anzuschauen gehört zu den Höhepunkten eines Dorfjahres. Dabei entstehen immer wieder neue Ideen – vom gemeinsamen Skatspielen und Knobeln bis hin zu Flohmärkten.
Ein besonders ehrgeiziges Projekt der Vereinsmitglieder war der Bau eines Mehrgenerationen-Spielplatzes. Der Treffpunkt für Jung und Alt, mit Spielgeräten für alle Altersstufen ausgestattet, liegt direkt am Deich, gegenüber der kleinen Maria-Kirche mit Friedhof. Die Idee imponierte der Gemeinde, die unbürokratisch das Projekt unterstützte, auch finanziell. Der Erfolg stärkt den Zusammenhalt im Dorf. Für den mit viel Eigenleistung gebauten Spielplatz wurde der Verein von Netzwerk Nachbarschaft 2013 mit dem Preis „Die schönste Straße Deutschlands“ ausgezeichnet. Als Kooperationspartner spendete Hagebau 5.000 Euro Preisgeld. „Der Preis hat uns gegenüber der Politik viel Aufmerksamkeit verschafft. Inzwischen konnten wir sogar den Bau einer modernen Kläranlage im Dorf umsetzen“, berichtet Astrid Daetz.
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