Ökologie

Grüne Fassaden und Dächer

Klar ist: Pflanzen auf Dächern und an Fassaden sehen schön aus und wirken sich spürbar positiv auf das Mikroklima aus. Das ruft immer mehr Nachbarschaften auf den Plan. Ihre Initiative wird belohnt!

Begrunte Hausfassade 350x250

Die Aktion „Jede Wiese zählt!“ des bundesweiten Netzwerk Nachbarschaft gewinnt an Fahrt. Viele Nachbargemeinschaften bepflanzen in Gemeinschaftsaktion ihre Innenhöfe, Vorgärten oder brachliegenden Flächen im Quartier. Die Begrünung von Fassaden und Dächern jedoch gilt bei vielen als zu pflegeintensiv und teuer. Dabei fördern viele Kommunen solche Projekte – mit Beratung und Geld!

Hitzeschild und Wetterschutz

Begrünungen dienen als Hitzeschild und Wetterschutz und wirken als natürliche Klimaanlage – ohne zusätzlichen Energieeinsatz zu beanspruchen. Während sich beispielsweise Kiesdächer und schwarze Bitumenpappe bei Hitze bis zu 80 Grad Celsius aufheizen können, betragen die maximalen Temperaturen bei professionell bepflanzten Dächern laut der Fachvereinigung Bauwerksbegrünung e.V. nur etwa 20 bis 25 Grad. Hauswände werden durch dichtes, Blattwerk vor dem Aufheizen geschützt, in der kalten Jahreszeit dient der immergrüne Mantel als Wärmeschutz.

Geringere Betriebs- und Energiekosten

„Anwohnergemeinschaften tragen schon heute erheblich zum Schutz des Klimas und der Artenvielfalt bei“, bestätigt Erdtrud Mühlens, Gründerin vom bundesweiten Aktionsbündnis Netzwerk Nachbarschaft. Seit 2 Jahren erfreut sich die Aktion „Jede Wiese zählt!“ großen Zuspruchs. Neben dem positiven Effekt für die Lebensqualität verbessere sich auch das Klima im Wohnumfeld. Denn die Pflanzen filtern Feinstaub aus der Luft, mildern Temperaturspitzen und schützen vor Lärm. Zudem schaffen sie Lebensraum für Insekten und Singvögel.

Jetzt fördern lassen!

Viele Kommunen fördern privat initiierte Begrünungsmaßnahmen mit Programmen, die auch eine qualifizierte und individuelle Beratung umfassen. „Die Potenziale für Begrünungen im Wohnumfeld sind bei weitem noch nicht ausgeschöpft,“ sagt Mühlens. Sie rät Mietergemeinschaften, den Klimaschutz auf die Agenda zu setzen und den Vermieter mit ins Boot holen. „Die Vorteile der Begrünung, die zahlreichen positiven Erfahrungen und nicht zuletzt die Fördertöpfe sind gute Argumente“, so Mühlens. Auch Eigentümergemeinschaften sollten nicht zögern, Förderanträge für die Begrünung ihrer Flachdächer oder Hausfassaden zu stellen. Sie sind nicht allein: Laut Schätzung der Fachvereinigung Bauwerksbegrünung e.V. werden jährlich etwa 10-14 Millionen Quadratmeter Dachfläche neu begrünt.

"Jede Wiese zählt!"

Das bundesweite Netzwerk Nachbarschaft lobt auch in diesen Jahr Begrünungsaktionen von Nachbarschaften aus. Anmeldungen bis 31. August 2020 unter https://www.netzwerk-nachbarschaft.net/wettbewerbe/jede-wiese-zaehlt/

  

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