Gut bedacht: begrünte Gebäude als Klimaschützer
Städte werden immer heißer. Dichte Bebauung, Asphalt und Beton speichern Wärme und sorgen dafür, dass sich urbane Räume im Sommer stark aufheizen. Zum Leidwesen von Mensch und Tier. Höchste Zeit für Gegenmaßnahmen im direkten Wohnumfeld!

Die Lösung wächst direkt an den Gebäuden – als Dach- und Fassadenbegrünungen. Sie sind ein hochwirksames Mittel, um das Klima in den Quartieren zu verbessern und zudem Energie zu sparen. Wichtig zu wissen: Dach- und Fassadenbegrünungen werden in vielen Kommunen gezielt gefördert.
Natürlicher Hitze- und Kälteschutz
In Nachbarschaften, wo Dächer und Hauswände bereits bepflanzt wurden, wirkt das Grün wie eine natürliche Klimaanlage. Während sich unbepflanzte Dachflächen aus Bitumen oder Kies an heißen Tagen auf bis zu 70 oder 80 Grad Celsius aufheizen, fällt die Oberflächentemperatur begrünter Dächer um bis zu 15 Grad Celsius kühler aus. Gut zu wissen: Flachdächer können auch nachträglich mit einer Dachbegrünung versehen werden, wenn die Dachkonstruktion hierfür geeignet ist. Auch Fassadengrün schafft eine spürbar kühlende Wirkung, die sich im Inneren der Gebäude bemerkbar macht. Zudem bindet jede Begrünung Feinstaub aus der Luft und wirkt als Geräuschdämmung. Selbst in der kalten Jahreszeit macht sich der grüne „Haus-Mantel“ nützlich: Er dient als Wärmeschutz und hilft, Heizenergie einzusparen.
Bessere Luft, Artenvielfalt, weniger Lärm
„Anwohnergemeinschaften sollten Maßnahmen zum Schutz des Wohnklimas beherzt umsetzen, denn Hitzesommer belasten die Gesundheit und Wohnqualität. Eine Begrünung verbessert von der ersten Stunde an das Mikroklima und wird gefördert“, sagt Erdtrud Mühlens vom bundesweiten Netzwerk Nachbarschaft. Seit 2019 ruft das Aktionsbündnis zum Wettbewerb „Jede Wiese zählt!“ auf. Prämiert werden gemeinschaftlich umgesetzte Dach-, Fassaden- und Balkonbegrünungen wie auch Gemeinschaftsgärten und Innenhof-Bepflanzungen – alles Maßnahmen, um die Aufenthaltsqualität für Bewohner und Kleinstlebewesen spürbar aufzuwerten.
Förderprogramme erleichtern den Einstieg
Die bundesweite Aktion „Jede Wiese zählt!“ legt in diesem Jahr ihren Schwerpunkt auf Dach- und Fassadenbegrünungen und lobt dafür einen Sonderpreis aus. Er richtet sich an Wohneigentümer- und Mietergemeinschaften. Für Gebäudebegrünungen ist noch viel Luft nach oben. Mietergemeinschaften rät das Netzwerk Nachbarschaft, für ihr Begrünungsprojekt die Vermieter ins Boot zu holen: „Die Vorteile der Begrünung, die durchweg positiven Erfahrungen und nicht zuletzt die Fördertöpfe der Kommunen sind starke Argumente.“ Ausführliche Listen mit Städten und Kommunen, die Gebäudebegrünungen fördern, hat der Bundesverband Gebäudegrün e.V. (BuGG) zusammengestellt. Die Übersicht finden Sie hier.
Aktuelle Zahlen vom Bundesverband zur Gebäudegrün e.V. (BuGG)
Quelle: https://www.gebaeudegruen.info/ |