Nachbarschaft des Monats: wundersam anders e.V.
Für den Verein „wundersam anders e.V.“ aus Bayreuth ist Spielen weit mehr als ein Zeitvertreib. Die Mitglieder vertrauen der Kraft des Spiels, wenn es darum geht, Menschen in der Nachbarschaft zusammenzubringen.

Ob beim Spielen, Feiern oder Gärtnern: Die Mitglieder von wundersam anders e.V. zeigen wie aus Begegnungen Gemeinschaft entstehen kann. Seit 2015 engagieren sich die Aktiven im Bayreuther Quartier Burg, einem sozial benachteiligten Stadtteil. Hier gab es keinen ausgewiesenen Ort der Begegnung und auch kein Café, wo sich die Anwohnenden treffen konnten. Auch die Spielplatzinfrastruktur im Stadtteil ließ viel zu wünschen übrig. Es musste also etwas geschehen, damit sich die Bewohner:innen begegnen, austauschen und Freundschaften knüpfen konnten.
Spielaktionen auf der grünen Wiese
Die Idee der Vereins-Aktiven: Wir organisieren öffentliche Spielaktionen auf der grünen Wiese an der August Riedl Straße, mitten im Stadtteil. Gesagt, getan. Ausgerüstet mit Spielzeug und Bastelmaterial verwandelten sie die Wiese in einen Spielort. Anfangs gab es noch Proteste einiger Anwohnender, die sich über spielende Kinder beschwerten. Durch die Vermittlung der Initiator:innen gelang es jedoch, Verständnis für die Bedürfnisse der Kinder aufzubauen. Heute ist das Angebot fest im Stadtteil verankert und wird von den Kindern und Jugendlichen begeistert angenommen. Dazu trägt auch ein weiterer wichtiger Baustein der Vereinsarbeit bei: das jährlich stattfindende Fest auf der Burg Kerwa. Das steht für gelebte Vielfalt, den Zusammenhalt der Anwohnenden und die Möglichkeit, sich für die Gemeinschaft aktiv einzubringen.
Mehr als nur ein Gebäude – das „Haus des Spiels“
Als anerkannte Organisation der Kinder- und Jugendhilfe setzt wundersam anders e.V. auf offene und mobile Projekte direkt im Lebensumfeld der Menschen. Neben den Spiel-Angeboten in den eigenen Räumen betreiben die Vereinsmitglieder Kooperationen mit Schulen, Unternehmen und anderen Initiativen. Zu ihren Aktivitäten gehören offene Werkstätten, mobile Spielaktionen und Escape Rooms. Ein wichtiger Anlaufpunkt für die spielkulturelle Arbeit der Initiator:innen ist auch das „Haus des Spiels“ im Stadtteil St. Georgen. Finanziert wird es mit projektbezogenen Fördermitteln von Stiftungen, durch Spenden, Mitgliedsbeiträge und sogenannten Quadratmeter-Patenschaften. Regelmäßige Events im „Haus des Spiels“ sind hier die Kreativzeit, die offene Hausaufgabenbetreuung und gemeinsame Koch- und Spieleabende.
Der Wundergarten: Gemeinsam wachsen
Seit Herbst 2025 entstehen rund um dieses „Haus des Spiels“ neue Möglichkeiten der Begegnung. Im Zentrum: der „Wundergarten“ des Vereins, ein naturnaher Mitmach- und Spielraum für Groß und Klein. Mit Hochbeeten, einer Regenbank und neuer Baumpflanzung verwandelten die Aktiven den zuvor versiegelten Hof Schritt für Schritt in einen grünen Ort. Der spendet nun Schatten und lädt Menschen zum Verweilen, Gärtnern und Spielen ein. Mit neuen Ideen, viel Engagement und Gemeinschaftsprojekten hat der Verein so neue und attraktive Begegnungsorte geschaffen, die alle Generationen verbinden – auf wundersam spielerische Weise.
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