Nachbarschaft des Monats

Nachbarschaft des Monats: nachhaltig-zusammen-leben.jetzt e.V.

Im hessischen Roßdorf-Gundernhausen wird getauscht, repariert, gepflanzt, gekocht und gefeiert. Die Initiative „nachhaltig zusammen leben.jetzt“ bringt Ideen und Menschen aus dem Ort zusammen.

nachhaltig zusammen leben

Ein Hof wird zum Flohmarkt, ein Raum zum Treffpunkt, ein Lastenrad zum mobilen Café. Die Aktiven von „nachhaltig zusammen leben.jetzt“ bringen nachhaltige Ideen dorthin, wo die Menschen leben: mitten nach Roßdorf und Gundernhausen. Wenn Nachbar:innen im Rahmen des Höfe-Flohmarkts ihre Höfe öffnen, wird aus einem privaten Ort für einen Tag ein Treffpunkt im Viertel. Gebrauchtes wechselt den Besitzer, Besucher ziehen von Hof zu Hof und lernen dabei Menschen aus der eigenen Umgebung kennen. Eine ähnliche Idee steckt hinter dem Second Fashion Day: Dann laden die Aktiven zum Tauschen und Reparieren ein und verbinden das mit Informationen über nachhaltigen Kleiderkonsum, Fast Fashion und Upcycling. 
Auch Pflanzen und Lebensmittel bringen die Menschen in der südhessischen Gemeinde zusammen. Bei Pflanzentauschaktionen geben die Anwohnenden Ableger und Saatgut weiter. Als Obstretter bewahren sie überschüssiges Obst vor dem Wegwerfen und machen daraus neue Lebensmittel wie Marmeladen oder Obstbreie. Und im Repaircafé versuchen Tüftelnde gemeinsam mit den Besitzer:innen herauszufinden, ob sich ein kaputtes Gerät nicht doch noch retten lässt.

17 Ziele – und jede Menge Ideen

Für ihren Leitspruch haben sich die 50 Aktiven von „nachhaltig zusammen leben.jetzt“ von dem Buch „Großer Panda und Kleiner Drache“ inspirieren lassen. Darin heißt es
„Was ist wichtiger?“, fragte der große Panda. „Der Weg oder das Ziel?“ 
„Die Weggefährten“, sagte der kleine Drache. 
„So versuchen wir vor allem, unsere so fleißige Truppe zu pflegen und uns gegenseitig gutzutun“, sagt Vereinsmitglied Ute Storch. Wie viel sich gemeinsam auf die Beine stellen lässt, zeigte unter anderem die Aktion „Auf die 17, fertig, los!“, bei der die 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen den Rahmen lieferten. Zwei Wochen lang luden die Aktiven gemeinsam mit Vereinen, Initiativen und weiteren Partnern zu mehr als 50 Veranstaltungen ein. Sie kochten, reparierten, pflanzten, sammelten Müll und fuhren Fahrrad. Dazu kamen Filmabende und kulturelle Veranstaltungen.

Ein Ort für neue Vorhaben

Für ihre Arbeit haben die Aktiven auch einen festen Ort geschaffen. In der Darmstädter Straße 37 betreiben sie den Raum „ida – Ideen, die anregen/aufblühen“. Dort finden Veranstaltungen und Treffen statt; außerdem können Menschen Dinge weitergeben und Angebote aus der Nachbarschaft kennenlernen. „Es braucht mehr denn je Treffpunkte wie diese, auch um Menschen in ihrer Unsicherheit und ihrem Frust abzuholen“, sagt Ute Storch. Gemeinsam mit ihren Mitstreiter:innen setzt sie auf Raum zum Sprechen, zum Stärken und zum Lachen. 
Ab und zu verlassen die Vereinsaktiven ihren festen Treffpunkt und bringen ihre Angebote mit ihrem Fahrradmobil „Rossida“ dorthin, wo Menschen zusammenkommen. Je nach Anlass wird aus dem Mobil etwa ein Café, eine kleine mobile Küche oder ein Infostand.
Für ihre Aktionen arbeiten die Macher:innen von „nachhaltig zusammen leben.jetzt“ eng mit anderen Engagierten in Roßdorf und Gundernhausen zusammen. Das Repaircafé, EuropaRad, die Obstretter und das GesundheitsNetz Roßdorf & Gundernhausen gehören ebenso zum Netzwerk wie viele weitere Gruppen und Einzelpersonen.
Neben den vielen inhaltlichen Themen ist den Vereinsaktiven eines besonders wichtig: Freude! Und dass Menschen, die Herzensthemen in sich tragen, diese zeigen können und mit Raum und Interesse unterstützt werden. „Bei uns entsteht vieles“, sagt Ute Storch, „weil es sich zeigen und aufblühen darf.“

  

Mehr Informationen:

www.nachhaltig-zusammen-leben.jetzt/aktuelles/